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Hexagramm des Tages Dienstag, 27. Oktober 2026: #18 Die Arbeit am Verdorbenen (蛊)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 18 symbolisiert die Notwendigkeit, lang aufgeschobene Versäumnisse und tief sitzenden Stillstand entschlossen aufzuarbeiten. Mit sorgfältiger Vorbereitung und klarem Handeln lässt sich aus vernachlässigten Strukturen neue Ordnung schaffen.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-10-27: #18 Die Arbeit am Verdorbenen.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-10-27/

BaZi-Karte

Das Zusammentreffen von Holz unter Erde verdeutlicht im Bazi eine Verlangsamung des Flusses durch alte Gewohnheiten und verharrende Muster.

Die klassische Vier-Säulen-Tradition empfiehlt, verbrauchte Stauungen systematisch abzutragen, um den elementaren Austausch wieder in Gang zu bringen. Wer alten Ballast bewusst auflöst, schafft wieder Raum für vitale Handlungsfähigkeit.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologische Konstellationen deuten darauf hin, dass ungelöste Rückstände vergangener Zyklen an die Oberfläche drängen und eine gründliche Bereinigung erfordern.

In der astrologischen Deutungstradition gelten Phasen des Umbruchs als unverzichtbare Gelegenheiten, strukturelle Erschöpfung durch ehrliche Inventur zu heilen. Wenn Sie überholte Verhaltensmuster gezielt ablegen, gewinnt Ihre persönliche Ausrichtung spürbar an Klarheit.

I-Ging-Befragung

Der Wind, der am Fuße des Berges weht und sich staut, versinnbildlicht im I Ging die Entstehung von Fäulnis durch langes Verharren.

Das Urteil spricht von großem Gelingen und dem Fördern des Durchquerens großer Ströme, sofern drei Tage vor und drei Tage nach dem Beginn umsichtig geplant wird.

Wer überfällige Reformen methodisch vorbereitet und konsequent nachbereitet, führt unübersichtliche Lagen wieder in stabile Bahnen.

Karriere

Im beruflichen Umfeld lassen sich veraltete Prozesse, latente Missstände oder eingefahrene Routinen nicht länger ignorieren.

Die traditionelle Kommentarliteratur betont, dass das mutige Anpacken vernachlässigter Arbeitsbereiche verlässliche Führungsstärke und nachhaltige Glaubwürdigkeit stiftet.

Wenn Sie bestehende Schwachstellen offen ansprechen und schrittweise beheben, festigen Sie Ihre fachliche Autorität.

Reichtum

Finanzielle Ressourcen geraten durch schleichende Mehrausgaben, alte Verbindlichkeiten oder unrentable Altlasten leicht unter Druck.

Klassische Ratgebertraditionen warnen davor, solche stillen Verluste unkontrolliert laufen zu lassen, und raten zu einer gründlichen Überprüfung der laufenden Verträge. Eine rigorose Inventur Ihrer Konten und Budgets sichert Ihre finanzielle Handlungsfähigkeit langfristig ab.

Liebe & Beziehungen

In Partnerschaften haben sich womöglich unausgesprochene Vorbehalte oder alte Enttäuschungen angesammelt, die das Miteinander belasten. Die I-Ging-Tradition versteht das Zeichen Gu als Aufforderung zur heilsamen Reparatur durch offene, vorwurfsfreie Aussprachen.

Wer den Mut aufbringt, alte Reibungspunkte ehrlich zu klären, eröffnet der Beziehung ein tragfähiges Fundament des Vertrauens.

Gesundheit

Das Hexagramm weist symbolisch auf träge Zirkulation oder die Ansammlung von Belastungen hin, die aus längerer Vernachlässigung des eigenen Rhythmus entstehen.

Gemäß traditioneller chinesischer Anschauung fördert die Befreiung von Stagnation das Wohlbefinden, insbesondere durch leichte Ernährung und maßvolle Bewegung. Wenn Sie belastende Alltagsgewohnheiten gezielt abbauen, findet Ihr Körper zu natürlicher Vitalität zurück.

Persönliches Wachstum

Die persönliche Reifung stößt derzeit an innere Bequemlichkeit und festgefahrene Denkmuster, die den eigenen Fortschritt hemmen. Das Große Bild rät dem Edlen, die Menschen aufzurütteln und die Tugend zu bilden, indem innere Versäumnisse ungeschönt hinterfragt werden.

Wenn Sie sich von trügerischen Ausreden verabschieden, gewinnen Sie neue seelische Spannkraft und geistige Reife.

Kompatibilität

Zwischenmenschliche Verbindungen leiden bisweilen unter stillen Vorbehalten oder ungelösten Missverständnissen aus der Vergangenheit. In synastrischen Betrachtungen gilt diese Konstellation als Einladung, verdeckte Kränkungen einfühlsam aufzulösen, anstatt sie fortzuschreiben.

Eine ehrliche Klärung unausgesprochener Themen hilft beiden Seiten, wieder unbelastet aufeinander zuzugehen.

Schicksalsphasen

Der übergeordnete Zeitabschnitt markiert eine Übergangsphase, in der alte Konzepte an Tragkraft verlieren, während neue Strukturen erst noch gefestigt werden müssen.

Klassische Zeitzyklenmodelle mahnen zu bedachter Vorbereitung und achtsamer Konsolidierung, anstatt voreilig Neuland zu erzwingen. Wenn Sie den Wandel in klar definierten Etappen vollziehen, navigieren Sie diese Transformationsphase souverän.

Jahreslesung

Das Jahresbild steht ganz im Zeichen von Sanierung und Reorganisation, bei denen das Bereinigen offener Baustellen wichtiger ist als schnelle Expansion.

Traditionelle Jahresauslegungen begünstigen jene, die ihre Angelegenheiten gewissenhaft ordnen, bevor größere Vorhaben anlaufen. Schaffen Sie zunächst vergangene Rückstände aus der Welt, damit Ihr weiteres Vorgehen auf festem Boden ruht.

Namensanalyse

Namenkundliche Traditionen empfehlen Schriftzeichen und Bedeutungen, die Erneuerung, Wachheit und moralische Klarheit verkörpern, um der Schwere des Verharrens entgegenzuwirken.

Solche Bedeutungsstrukturen sollen die Entschlusskraft stärken, verstaubte Traditionen konstruktiv zu erneuern. Ein Name mit belebendem Impuls ermutigt dazu, alte Blockaden tatkräftig zu überwinden.

Datumswahl

In der traditionellen Zeitauswahl eignet sich dieses Hexagramm besonders für Ausmistaktionen, Umstrukturierungen, Schuldentilgungen und klärende Sanierungsmaßnahmen. Alte Almanache empfehlen jedoch, das Vorhaben vorab genau abzuwägen und im Nachhinein solide abzusichern.

Nutzen Sie diesen Tag zur Beseitigung überflüssigen Ballasts, um freie Bahn für neue Projekte zu schaffen.

Feng Shui

Raumenergetisch macht das Bild des Windes unter dem Berg auf dunkle Ecken, vernachlässigte Abstellkammern und stickige Luftpolster aufmerksam.

Das klassische Fengshui empfiehlt intensives Lüften und gründliches Entrümpeln, um stagnierende Energien aus den Wohnbereichen zu vertreiben. Durch gezieltes Aufräumen und frische Luftzirkulation beleben Sie die Atmosphäre Ihres Heims nachhaltig.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Gu: Erhabenes Gelingen. Fördernd ist es, den großen Strom zu überqueren. Drei Tage vor Holz Yang (alt: Jia), drei Tage nach Holz Yang (alt: Jia).

Tuan-Kommentar

Bei Gu ist das Feste oben und das Weiche unten; Xun (alt: Wind ☴) und Stillstand – das ist Gu. »Gu: Erhabenes Gelingen« bedeutet, dass die Welt unter dem Himmel in Ordnung kommt. »Fördernd ist es, den großen Strom zu überqueren«: Das Voranschreiten bringt Aufgaben mit sich.

»Drei Tage vor Holz Yang (alt: Jia), drei Tage nach Holz Yang (alt: Jia)«: Ein Ende führt zu einem Anfang, das ist der Gang des Himmels.

Großes Bild

Wind unter dem Berg ist das Bild von Gu. Der Edle rüttelt demgemäß das Volk auf und bildet seine Tugend heran.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

xiān wird wie xí-jiàn gelesen, hòu wie hú-dòu.

Gu (Verderbnis) bedeutet, dass die Zerrüttung den Gipfel erreicht hat und Taten nottun.

In diesem Hexagramm steht die Härte von Gen oben und das Weiche von Xun unten; Oben und Unten tauschen sich nicht aus, das Niedere duckt sich in Unterwürfigkeit und das Obere verharrt in trägem Stillstand, darum bildet das Gua das Verderben.

Manch einer sagt: Das Aufsteigen des Harten und das Absinken des Weichen bezeichne den Wandel der Hexagramme – wenn es aus Bi hervorgehe, steige die Erste auf und die Zweite sinke ab; wenn es aus Der Brunnen (alt: Jǐng) komme, steige die Fünfte auf und die Oberste sinke ab; komme es aus Ji Ji, träfen beide Wandlungen zusammen.

Auch hierbei steigt das Harte auf und sinkt das Weiche ab, was allenthalben das Verderben begründet.

Ist das Verderben am äußersten Punkt angelangt, muss die Verwirrung wieder in Ordnung überführt werden; daher lautet das Orakel: Urfängliches Gelingen, und fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren. Jia ist der Beginn der Tage, der Anfang eines Werkes.

‚Drei Tage vor dem Jia-Tage‘ meint den Xin-Tag; ‚drei Tage nach dem Jia-Tage‘ meint den Ding-Tag.

Wenn die frühere Tat ihren Höhepunkt überschritten hat und dem Verfall zuneigt, so muss man sich erneuern, um den Keim für künftiges Schaffen zu legen und den gänzlichen Einsturz zu verhüten; steht das künftige Werk erst am Anfang und ist noch neu, so muss man mit umso größerer Umsicht und Sorgfalt wachen, um die Versäumnisse des Vergangenen vor Augen zu haben und einen vorschnellen Verfall abzuwenden.

Tief reicht die Mahnung des heiligen Mannes!

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Durch den Hexagrammkörper, die Wandlungen der Linien und die Tugend des Gua wird der Name und Sinn des Zeichens erhellt: Wenn Missstände sich so aufhäufen, führt dies geradewegs zur Verderbnis.

Die Erklärung des Urteilsspruchs, dass die Beseitigung des Verderbens zu erhabenem Gelingen führt, zeigt das Bild, wie aus Zerrüttung von neuem Ordnung erwächst; das Ende des Chaos ist der Beginn geordneter Führung – so fügt es der himmlische Lauf.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

Unter dem Berg weht Wind: Die Dinge zerfallen, und Handeln tut not; unter allen Aufgaben aber gibt es keine größeren als diese beiden: den eigenen Geist zu pflegen und den Menschen Beistand zu leisten.

Yichuan YizhuanUrteil

In der Reihenfolge der Hexagramme heißt es: Wer in heiterer Nachfolge den Menschen nachgeht, der gerät gewiss in Verwicklungen; daher empfängt ihn Gu (Verderbnis). Die Anordnung stützt sich auf den Sinn beider Zeichen.

Wer in freudiger Hingabe anderen folgt, der hat unweigerlich mit Geschehnissen zu tun; gäbe es keine Aufgaben, wozu bedürfte es dann der Freude oder des Folgens? Daher folgt Gu auf Die Nachfolge (alt: Suí).

Gu bedeutet Werk und Tat; nicht dass Gu an sich ‚Tat‘ hieße, sondern wo Verderbnis ist, erwächst die Aufgabe.

Als Gua zeigt es den Wind unter dem Berg; weht der Wind am Fuße des Berges, so bricht er sich am Fels und wirbelt zurück, sodass alles durcheinandergerät – dies ist das Bild von Verderbnis.

Gu bedeutet Verfall und Zerrüttung; im Schriftzeichen sieht man Würmer in einer Schale: dass Würmer das Gefäß zerfressen, verbildlicht den Verfall.

Im Zuozhuan heißt es: ‚Der Wind bricht sich am Berg, das Weib betört den Mann; die ältere Tochter neigt sich dem jüngeren Knaben zu und verwirrt seine Gefühle.‘ Stößt der Wind auf den Berg und kehrt um, so wird alles aufgewühlt und zerrüttet – dies ist das Bild davon, dass Arbeit nottut.

Darum heißt es: ‚Gu ist Arbeit.‘ Ist die Verderbnis da, so ist auch deren Heilung ein Werk. Aus dem Bilde des Gua spricht, wie Verderbnis entsteht; aus der Begabung des Gua spricht, wie man die Verderbnis heilt.

Wo Verderbnis herrscht, da liegt auch der Keim zu neuer Ordnung; seit alters her erwuchs Ordnung stets aus dem Chaos, und Zerrüttung bahnt den Weg zur Klärung – dies ist die Natur der Dinge.

Besitzt man das Talent des Zeichens zur Behebung des Verfalls, so vermag man erhabenes Gelingen herbeizuführen.

Die größte Verderbnis besteht darin, die Nöte und Fährnisse der Zeit zu überwinden; daher heißt es: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘ Jia ist der Erste der Stämme, der Anbeginn der Dinge; wie die Zeichen Jia und Yi, die besten Ränge oder obersten Erlasse, so bezeichnet es stets den Ursprung, den Keim aller Werke.

Auf dem Wege, Verderbnis zu beseitigen, muss man drei Tage zuvor und drei Tage danach bedenken; denn den Ursprung im Vorher und Nachher zu erforschen, ist der Weg, Missstände dauerhaft zu heilen.

‚Drei Tage vor Jia‘ meint, dem Zuvor auf den Grund zu gehen und zu erforschen, wie es dazu kam; ‚drei Tage nach Jia‘ meint, das Künftige zu bedenken und zu erwägen, was daraus erwachsen wird.

Ein Tag, zwei Tage, bis hin zu drei Tagen: Dies spricht von tiefer Besinnung und weitausschauendem Planen. Erforscht man die Ursachen, erkennt man den Weg zur Abhilfe; erwägt man die künftigen Folgen, weiß man die Vorkehrungen zu treffen.

Wer gut heilt, beseitigt die alten Schäden; wer gut vorsieht, sichert den dauerhaften Segen. So erneuerten die heiligen Könige des Altertums die Welt und hinterließen ihr Erbe den späten Geschlechtern.

Spätere Lenker verstanden die Mahnung des Heiligen bezüglich der Tage vor und nach Jia nicht; ihre Gedanken blieben seicht, ihr Blick haftete am Nächsten.

So mühten sie sich vergeblich um die Rettung der Welt, ohne die Missstände an der Wurzel zu heilen; ehe das Werk vollbracht war, brachen schon neue Schäden auf. Jia ist das Haupt aller Taten; Geng ist der Beginn aller Wandlung.

Wo Gesetze, Ordnungen und Bildung gestiftet werden, nennt man Jia, um den Ursprung zu bezeichnen; wo Befehle ergehen und Erlasse verkündet werden, nennt man Geng – denn Geng bedeutet Wandel und Neugestaltung.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Aus dem Wandel des Hexagramms und der Bedeutung beider Teiltrigramme betrachtet: Das Harte steigt auf und das Weiche sinkt herab – dies besagt, dass die Neun am Anfang von Das Schöpferische (Himmel) (alt: Qián) emporsteigt, um zur Neun ganz oben zu werden, und die Sechs ganz oben von Das Empfangende (Erde) (alt: Kūn) hinabsinkt, um zur Sechs am Anfang zu werden.

Das Yang-Harte ist erhaben und gebührt nach oben; nun steigt es hinauf und nimmt den oberen Sitz ein. Das Yin-Weiche ist demütig und gebührt nach unten; nun sinkt es herab und nimmt den unteren Platz ein.

Wenn auch der Knabe jung ist, steht er oben; obschon die Frau reifer ist, weilt sie unten: Hohes und Niederes finden ihre rechte Ordnung, Oben und Unten fügen sich der rechten Pflicht – dies ist der Weg, Verderbnis zu meistern.

Dadurch, dass das Harte aufsteigt und das Weiche absinkt, wandelt sich das Bild zu Gen und Xun; Gen bedeutet Stillehalten, Das Sanfte (Wind) (alt: Xùn) bedeutet Hingabe. Unten waltet Sanftmut, oben waltet Einhalt; man hält inne in sanfter Folgsamkeit.

Mit der Tugend sanfter Fügung die Verderbnis zu ordnen, führt zu erhabenem Gelingen. Verfügt man beim Heilen der Verderbnis über die Kraft dieses Zeichens, so folgt erhabenes Gelingen und die Welt gelangt zur Ordnung.

Wer die Wirren ordnet: Vermag er es dahin zu bringen, dass der Sinn von Vornehm und Gering, Oben und Unten gewahrt bleibt, dass die Unteren sanft und folgsam sind und die Oberen im rechten Maß Einhalt gebieten, sodass alle Werke der Ordnung in williger Hingabe ruhen – welche Verderbnis ließe sich da nicht bewältigen?

Sein Weg ist groß, lauter und licht; so geordnet, blüht die Welt auf. ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘: Man zieht aus, um ein Werk zu vollbringen.

In Zeiten, da die Welt zerrüttet und verfallen ist, geziemt es sich, durch Gefahr und Not zu schreiten, um Hilfe zu bringen; dies bedeutet, dass man auszieht, weil ein großes Werk wartet.

‚Drei Tage vor dem Jia-Tage, drei Tage nach dem Jia-Tage‘: Wenn ein Ende da ist, hebt ein Anfang an – so wirkt der himmlische Lauf. Wo ein Anfang ist, muss notwendig ein Ende sein; wo ein Ende eintritt, folgt unweigerlich ein neuer Beginn: Dies ist der Weg des Himmels.

Der heilige Mann kennt das Gesetz von Anfang und Ende; darum erforscht er den Ursprung, um die Ursachen zu ergründen, und fasst das Ende ins Auge, um für Künftiges gerüstet zu sein.

Indem er die Tage vor und nach Jia bedenkt, vermag er das Verderben zu heilen und erhabenes Gelingen zu erwirken.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Unter dem Berg weht Wind; stößt der Wind auf den Berg, so bricht er sich und stiebt umher, sodass alles zerstreut wird – dies ist das Bild von Verfall und Not. Schaut der Edle dies Bild der Verwicklung, so regt er das Volk an, spendet Hilfe und nährt seine sittliche Kraft.

An sich selbst nährt er die Tugend, in der Welt hilft er den Menschen auf; unter allen Aufgaben des Edlen gibt es keine erhabeneren als diese beiden.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Das obere Harte vermag mit Entschiedenheit zu ordnen; das untere Weiche vermag Gebote milde walten zu lassen. Man ist sanft und hält zugleich ein, ohne in Hader zu verfallen. Wenn man ein Werk verrichtet und keine Zwietracht droht, so lässt sich Großes ins Werk setzen.

Wirkt man schöpferisch und erlangt erhabenes Gelingen – was wäre dies anderes als die vollkommene Ordnung der Welt? Verderbnis ist eine Zeit, da Werke nottun und man nach Tüchtigkeit verlangt. Jetzt schlägt die Stunde des Handelns!

Die Wesen haben sich bereits in Freude angeschlossen; nun bedarf es der Satzungen, um die Dinge zu festigen.

Wer Tugend entfaltet und sein Werk verfeinert, der findet im Handeln volles Gelingen; daher heißt es: ‚Urfängliches Gelingen, fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘ Jia ist das Gebot neuer Ordnung.

Bei einer Neuordnung darf man die Menschen nicht nach altem Maßstab richten; darum sendet man ihm drei Tage voraus und lässt drei Tage folgen, auf dass die Satzung erst verstanden werde, ehe man straft.

Den Umständen folgend erneuert man die Gebote; endet eines, hebt das nächste an – so wie der Lauf des Himmels die vier Jahreszeiten wendet.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Gu ist die Zeit, da Arbeit nottut und man nach Tüchtigkeit verlangt; darum stärkt der Edle das Volk und nährt seine eigene Tugend.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Von ‚Verderbnis: Urfängliches Gelingen‘ bis ‚drei Tage nach dem Jia-Tage‘.

Die rechte Bedeutung lautet: Gu bezeichnet das Werk. Wo Werke zu vollbringen sind, da eröffnet sich weites Gelingen.

In einer Zeit des Schaffens liegt der Gewinn darin, Gefahren zu bannen; daher heißt es: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘ ‚Drei Tage vor dem Jia-Tage, drei Tage nach dem Jia-Tage‘: Jia bezeichnet den Erlass einer neuen Ordnung.

Steht man in einer Epoche des Umbruchs, darf man nicht träge an alten Bräuchen festhalten. Erlässt man nun eine neue Ordnung, um das Volk zu leiten, und übertritt jemand das Gebot, so darf man ihn nicht sogleich strafen; denn das Volk ist noch nicht daran gewöhnt.

Deshalb belehrt man es drei Tage vor der Verkündung mit liebreicher Sorgfalt und schärft es ihm drei Tage nach der Verkündung nochmals eindringlich ein. Wenn jemand danach noch immer ungehorsam bleibt, schreitet man zur Strafe.

Chu, He, Zhou und andere Gelehrte folgten Zheng Xuan und meinten: ‚Jia‘ sei der Tag der neuen Gesetzgebung; drei Tage vor Jia diene der Reue und Erneuerung, daher wähle man Xin; drei Tage nach Jia diene der Ermahnung, daher wähle man Ding.

Prüft man nun Wang Bis Kommentar, so heißt es dort: ‚Jia ist das Gebot neuer Ordnung‘, nicht der Tag der Erlassung.

Überdies heißt es bei der Neun auf dem fünften Platz des Zeichens Das Sanfte (Wind) (alt: Xùn): ‚Drei Tage vor dem Geng-Tage, drei Tage nach dem Geng-Tage‘, wozu Wang Bi bemerkt: ‚Das Erneuern von Befehlen nennt man Geng.‘ Wang Bi sagt ferner: ‚Jia wie Geng bezeichnen das Verkünden von Befehlen.‘ Wang Bi sieht in Jia somit nicht bloß den Tag einer Verkündung; dass spätere Gelehrte Wang Bis Absicht missachteten und willkürlich abweichende Deutungen erfanden, ist ein Irrtum.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Von ‚Der Kommentar zum Urteil sagt‘ bis ‚weilt Einhalt beim Verderben‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Das Harte steigt empor und das Weiche senkt sich, sanftmütig hält man ein bei der Verderbnis‘: Dies erklärt den Namen des Zeichens Gu und erhellt den Grund seiner Benennung.

Weil das obere Harte beherzt entscheiden kann und das untere Weiche Gebote zu tragen weiß, und weil man sanftmütig und still verharrt, kann Großes vollbracht werden. Gelehrter Chu sagt: ‚Gu bedeutet Betörung und Verwirrung.

Wenn die Wesen verwirrt sind, verfallen sie schließlich dem Schaden, und dann tut Handeln not – man muss ordnend eingreifen.

Daher heißt es im Sequenzkommentar: Gu bedeutet Arbeit.‘ Dies besagt: Wo Dinge verwirren, erwächst notwendig Arbeit; nicht aber, dass das Wort Gu an sich ‚Arbeit‘ bedeutete. Die rechte Bedeutung lautet: Dies erläutert den Sinn von ‚Urfängliches Gelingen‘.

Dass man durch tatkräftiges Handeln erhabenes Gelingen erlangt, bedeutet, dass die Welt wohlgeordnet wird.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren: Man zieht aus, um ein Werk zu vollbringen‘ erläutert die Worte ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘.

Gu ist die Zeit des Handelns; man rettet aus Bedrängnis und zieht aus, um Großes zu leisten, darum ist das Durchqueren des großen Wassers fördernd. Hier wird ein äußeres Bild gewählt, um die Gefahr zu versinnbildlichen.

‚Drei Tage vor dem Jia-Tage, drei Tage nach dem Jia-Tage: Wenn ein Ende da ist, hebt ein Anfang an – so wirkt der himmlische Lauf‘ erläutert den Sinn dieser Tage.

Bricht das Volk die Gebote, so belehrt man es aufs Neue, wenn die Frist abgelaufen ist; unermüdlich mahnt man es, gleichwie der Lauf des Himmels nach Vollendung der vier Jahreszeiten stets wieder im Frühling neu beginnt – dies ahmt den Gang des Himmels nach, darum heißt es ‚so wirkt der himmlische Lauf‘.

Zum Kommentar ‚Verderbnis ist eine Zeit‘ bis ‚die vier Jahreszeiten wendet‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Verderbnis ist eine Zeit, da Werke nottun und man nach Tüchtigkeit verlangt‘ besagt: Sind die Dinge zerfallen, bedarf es des Handelns; und was man anpackt, vermögen nur Weise und Tüchtige zu vollenden.

Daher sagt der Text: ‚des Vaters Verderbnis heilen‘ – Heilen (gan) bedeutet Tüchtigkeit.

‚Jia ist das Gebot neuer Ordnung‘: Jia steht an der Spitze der zehn Himmelsstämme; das schöpferische Gebot steht an der Spitze aller nachfolgenden Gesetze, daher nennt man eine Neuregelung Jia.

Zur Zeit der Han-Dynastie nannte man bedeutsame Gesetze ‚Jia-Erlasse‘, was genau auf diesen Sinn verweist.

‚Bei einer Neuordnung darf man die Menschen nicht nach altem Maßstab richten‘ meint: Wenn jemand ein Gebot übertritt und Schuld auf sich lädt, darf man ihn nicht sogleich nach alter Satzung aburteilen und hinrichten.

Deshalb muss man zuvor und danach drei Tage lang mit Geduld belehren, auf dass die Menschen die neue Ordnung begreifen, ehe man straft; Strafen meint hier die Rüge und Zurechtweisung im Ganzen, nicht bloß die Hinrichtung.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die rechte Bedeutung lautet: Dass es heißen muss ‚Unter dem Berg weht Wind‘, rührt daher, dass der Wind bewegt, ausbreitet und segensreich befeuchtet.

Steht der Wind nun unter dem Berg, so nimmt der Edle dies zum Vorbild, um seine Güte zum Volke hinabfließen zu lassen und es durch Tugend aufzurichten und zu nähren. ‚Das Volk ermutigen‘ gleicht dem Wind unter dem Berg; ‚die Tugend nähren‘ gleicht dem Berg, der erhaben oben ragt.

Quellen

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