East Almanac
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Hexagramm des Tages Samstag, 8. August 2026: #2 Das Empfangende (Erde) (坤)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Das Hexagramm Kun verkörpert die reine empfangende Kraft der Erde und zeigt, dass dauerhafter Erfolg durch geduldiges Nähren, Hingabe und das harmonische Folgen natürlicher Gesetzmäßigkeiten entsteht. Wer nicht gewaltsam vorandrängt, sondern beständig im Hintergrund wirkt, schafft ein unerschütterliches Fundament für die Zukunft.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-08-08: #2 Das Empfangende (Erde).
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-08-08/

BaZi-Karte

In der Bazi-Tradition spiegelt reines Kun eine dichte, ruhende Erdstruktur wider, die durch innere Sammlung und schützende Zurückhaltung gedeiht.

Liegt im Geburtsbild ein Überschuss an Erde oder ein Bedarf an stärkenden Ressourcen vor, empfiehlt die klassische Lesart, voreilige Expansionsschritte zu meiden und bestehende Reserven abzusichern.

Zu frühes Vorpreschen führt zu Reibungsverlusten, während beharrliche Festigung die eigene Tragfähigkeit stärkt. Wer seine Basis sorgfältig aufbaut, bereitet den Boden für ein organisches und stabiles Wachstum.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologische Konstellationen dieser Prägung weisen starke lunare und saturnische Signaturen auf, die Stabilität, Geduld und defensive Wachsamkeit über riskante Vorstöße stellen.

Die klassische Deutungstradition sieht in solchen Zyklen den Vorrang von Substanzsicherung gegenüber unüberlegten Geländegewinnen. Wer sich als verlässlicher Anker erweist, meistert äußere Schwankungen deutlich souveräner als jemand, der ohne Rückendeckung voranstürmt.

Das Halten bewährter Strukturen bietet den sichersten Schutz vor unberechenbaren Einflüssen.

I-Ging-Befragung

Als Hexagramm aus sechs Yin-Linien betont das Urteil die Ausdauer der Stute sowie die Klugheit, einem bewährten Pfad zu folgen, anstatt ungestüm vorauszueilen.

Klassische Kommentare weisen darauf hin, dass vorschnelle Alleingänge zur Orientierungslosigkeit führen, während das loyale Unterstützen einer übergeordneten Richtung Klarheit und Gelingen bringt.

Das Wirken im Hintergrund bewahrt vor unnötigen Konflikten und führt Vorhaben harmonisch ans Ziel. Wenn Sie sich dem natürlichen Fluss anpassen und verlässlich bleiben, stellen sich gute Ergebnisse von selbst ein.

Karriere

Im beruflichen Umfeld begünstigt dieses Zeichen verlässliche Umsetzungskraft, loyale Zusammenarbeit und tragfähige organisatorische Hintergrundarbeit.

Voreilige Machtansprüche oder der Drang ins Scheinwerferlicht erzeugen oft Widerstände, wohingegen gründliche Zuarbeit nachhaltiges Vertrauen schafft. Wer sich als unverzichtbare Stütze des Teams etabliert, erlangt schrittweise echte Autorität und Anerkennung.

Gewissenhafte Pflichterfüllung und ruhiges Wirken sind derzeit die verlässlichsten Schlüssel zum beruflichen Fortkommen.

Reichtum

In materiellen Fragen rät die Überlieferung zu defensiver Verwaltung, Substanzerhalt und vertrauensvollen Partnerschaften statt zu spekulativen Schritten.

Das Bild des Gewinnens von Gefährten im Südwesten mahnt an, bewährte und bodenständige Kooperationen zu pflegen und unkalkulierbare Risiken zu meiden. Übereilte Transaktionen können Reserven belasten, während planvolle Sparsamkeit den Grundstock schützt.

Konsequenter Werterhalt und solide Planung sichern Ihre finanzielle Handlungsfähigkeit am besten.

Liebe & Beziehungen

Partnerschaftliche Harmonie gedeiht nun durch aufmerksames Zuhören, emotionale Fürsorge und das geduldige Zulassen zwischenmenschlicher Reifungsprozesse.

Das Beharren auf Dominanz oder übermäßige Eile führt zu Verhärtungen, während sanftes Entgegenkommen vorhandene Spannungen auflöst. Wenn Raum für gegenseitiges Verständnis gegeben wird, vertieft sich das gemeinsame Vertrauen ganz organisch.

Mit Geduld und warmherziger Präsenz schaffen Sie die Basis für eine dauerhafte und liebevolle Bindung.

Gesundheit

Der Funktionskreis der Erde wird traditionell mit der Milz- und Magenenergie sowie der Aufnahme und Transformation von Nahrung in Verbindung gebracht.

Die klassische Gesundheitslehre empfiehlt, übermäßiges Grübeln zu vermeiden und den Körper durch regelmäßige Mahlzeiten und schonende Routinen zu stärken. Eine harmonische innere Haltung bewahrt die physischen Kräfte vor frühzeitiger Erschöpfung.

Ruhe und ein geordneter Lebensrhythmus schenken Ihrem Organismus die nötige Erholung und Vitalität.

Persönliches Wachstum

Die persönliche Reifung folgt dem klassischen Leitbild, die Welt mit weitherziger Güte zu tragen und innere Weite zu entwickeln. Statt flüchtige Talente zur Schau zu stellen, lohnt es sich, grundlegende Fähigkeiten im Stillen zu vertiefen und Geduld zu üben.

Wahre innere Stärke wächst durch stille Ausdauer und die Bereitschaft, Widrigkeiten mit Gelassenheit zu begegnen. Wer im Verborgenen an seinem Charakter feilt, gewinnt ein unerschütterliches inneres Gleichgewicht.

Kompatibilität

Zwischenmenschliche Verbindungen unter diesem Zeichen harmonieren besonders dann, wenn eine Seite klar die Richtung vorgibt und die andere mit Fürsorge und Zuverlässigkeit den Rücken stärkt.

Wenn beide Seiten gleichzeitig die Führung beanspruchen, gerät das natürliche Gefüge aus der Balance. Eine klare Aufgabenverteilung und gegenseitige Wertschätzung verhindern Reibungsverluste und festigen das Bündnis.

Wenn Sie einander Raum geben und sich gegenseitig ergänzen, entsteht eine verlässliche und tiefe Partnerschaft.

Schicksalsphasen

In übergeordneten Lebensphasen symbolisiert dieses Zeichen eine Phase der Konsolidierung und des Kräftesammelns, nicht des expansiven Aufbruchs. Die Bindung an bewährte Systeme und verlässliche Partner schützt vor den Turbulenzen wechselhafter Zeiten.

Das Erzwingen grundlegender Umbrüche führt leicht zu Umwegen, während geduldiges Ausharren wertvolle Substanz aufbaut. Wer diese ruhige Phase zur Stärkung nutzt, bereitet sich optimal auf kommende Entwicklungszyklen vor.

Jahreslesung

Das Jahresbild steht im Zeichen stetiger Kontinuität, der Bereinigung offener Altlasten und der Festigung des Alltags.

Traditionelle Prognosen deuten darauf hin, dass im ersten Halbjahr das Pflegen der bestehenden Strukturen im Vordergrund steht, bevor sich im Verlauf fruchtbare Allianzen herausbilden.

Hektische Neuanfänge bringen Unruhe, während methodische Routine für Sicherheit und Klarheit sorgt. Wenn Sie beharrlich und besonnen bleiben, wird dieses Jahr zu einem stabilen Fundament für die Zukunft.

Namensanalyse

In der Namensdeutung vermitteln Komponenten, die der Erde zugeordnet sind, Ruhe, Verlässlichkeit und eine ausgleichende Wesensart. Harmonisch abgestimmte Namensstrukturen mildern extreme Tendenzen ab und fördern eine wohlwollende Ausstrahlung im sozialen Umfeld.

Ein solcher Name unterstützt die Fähigkeit, andere Menschen zusammenzuführen und Vertrauen aufzubauen. Ein bodenständiges und zugewandtes Auftreten zieht verlässliche Begleiter fast wie von selbst an.

Datumswahl

In der Kunst der zeitlichen Abstimmung eignet sich dieses Zeichen vor allem für Grundsteinlegungen, langfristige Vertragsabschlüsse und abschließende Verwaltungsaufgaben.

Ungeeignet ist dieser Zeitpunkt hingegen für offensive Vorstöße, schnelle Kampagnen oder konfrontative Auseinandersetzungen. Unternehmungen, die auf sorgfältiger Vorbereitung und breitem Einvernehmen beruhen, verlaufen unter diesem Einfluss besonders krisenfest.

Wählen Sie den Moment des geduldigen Handelns, um Vorhaben vor Störungen zu bewahren.

Feng Shui

Im Feng Shui richtet sich das Augenmerk auf den südwestlichen Sektor und die ausgleichenden, nährenden Kräfte der Erde im Wohnbereich. Die klassische Raumlehre empfiehlt schwere, standsichere Möbel, warme Erdtöne und keramische Elemente, um eine ruhige Atmosphäre zu verankern.

Hektische Bewegung oder bauliche Unruhe in diesem Bereich können das häusliche Wohlbefinden empfindlich stören. Eine geerdete und aufgeräumte Gestaltung fördert den inneren Frieden und den Zusammenhalt im Haus.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Das Empfangende (Erde): Erhabenes Gelingen. Fördernd ist die Beharrlichkeit einer Stute. Hat der Edle ein Ziel vor Augen: Geht er voran, verirrt er sich; folgt er nach, findet er Führung. Fördernd ist es, im Südwesten Freunde zu gewinnen, im Nordosten Freunde zu verlieren.

Ruhige Beharrlichkeit bringt Heil.

Tuan-Kommentar

Großartig fürwahr ist der Ursprung des Empfangenden (Kun)! Alle Wesen verdanken ihm ihr Werden; so empfängt es folgsam den Himmel.

Die Erhabenheit des Empfangenden trägt alle Dinge, seine Tugend verbindet sich mit dem Grenzenlosen; es umfasst Weite und Glanz, und alle Geschöpfe gedeihen vollkommen. Die Stute gehört zur Art der Erde; sie durchstreift die Erde ohne Grenzen, sanft, folgsam und beharrlich.

Wohin der Edle geht: Zieht er voraus, verliert er sich und verfehlt den Weg; folgt er nach, fügt er sich und findet das Beständige. Im Südwesten Freunde zu gewinnen bedeutet, mit Seinesgleichen zu wandeln; im Nordosten Freunde zu verlieren bringt am Ende doch Segen.

Das Heil ruhiger Beharrlichkeit entspricht der Grenzenlosigkeit der Erde.

Großes Bild

Die Erhabenheit der Erde ist das Empfangende (Erde): So trägt der Edle mit weitherziger Tugend alle Wesen.

Wenyan-Kommentar

Das Empfangende ist höchst sanft, doch in seiner Bewegung fest; es ist höchst still, doch von rechtwinkliger Tugend. Indem es nachfolgt, gewinnt es Führung und Beständigkeit; es birgt alle Wesen in sich, und seine Wandlungskraft strahlt hell.

Wie folgsam ist doch der Weg des Empfangenden! Es empfängt den Himmel und handelt zur rechten Zeit. Ein Haus, das Gutes anhäuft, wird gewiss überströmenden Segen empfangen; ein Haus, das Böses anhäuft, wird gewiss überströmendes Unheil empfangen.

Wenn ein Diener seinen Fürsten ermordet oder ein Sohn seinen Vater, so geschieht dies nicht über Nacht; seine Ursachen haben sich allmählich herangebildet, weil man die Anfänge nicht frühzeitig erkannte.

Das Buch der Wandlungen sagt: „Betritt man Reif, naht festes Eis.“ Dies spricht von einer folgerichtigen Entwicklung. „Gerade“ meint das Rechte, „rechtwinklig“ meint die Rechtschaffenheit.

Der Edle wahrt durch Ehrfurcht die Geradheit im Inneren und durch Rechtschaffenheit das Rechtwinklige nach außen. Stehen Ehrfurcht und Rechtschaffenheit fest, bleibt die Tugend nicht einsam.

„Gerade, rechtwinklig und groß; auch ohne Übung ist alles förderlich“: Dann zweifelt er nicht an seinem Handeln. Obgleich das Yin Schönes besitzt, birgt es dies in sich. Steht man im königlichen Dienst, maßt man sich die Vollendung nicht selbst an.

Das ist der Weg der Erde, der Weg der Gattin, der Weg des Dieners. Der Weg der Erde beansprucht kein Vollenden für sich, doch bringt er stellvertretend alles zu einem guten Ende.

Wandeln sich Himmel und Erde, sprießen Pflanzen und Bäume üppig; verschließen sich Himmel und Erde, ziehen sich die Weisen in die Verborgenheit zurück. Das Buch der Wandlungen sagt: „Zugebundener Beutel; kein Makel, kein Ruhm.“ Dies mahnt zur Vorsicht.

Der Edle trägt das Gelb der Mitte und versteht die Ordnungsprinzipien; er nimmt die rechte Stellung ein und verweilt in ihr. Das Schöne ruht in seinem Inneren, durchdringt seine vier Glieder und offenbart sich in seinen Taten – das ist die höchste Vollendung der Schönheit.

Erhebt das Yin Anspruch gegen das Yang, kommt es unausweichlich zum Kampf. Weil man besorgt ist, das Yang erscheine gar nicht mehr, werden beide als Drachen bezeichnet. Doch da das Yin seine Art noch nicht verlassen hat, spricht der Text von Blut.

Das Dunkel und Gelb bezeichnet die Vermischung von Himmel und Erde: Der Himmel ist dunkel, und die Erde ist gelb.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Hinweis zur Aussprache: ‚Pin‘ (Stute) im fallend-steigenden Ton; ‚sang‘ (verlieren) im fallenden Ton. Die gebrochene Linie ist geteilt, die Zahl des Yin. Kun bedeutet Hingabe und Fügsamkeit, das Wesen des Yin.

Im Kommentar bezeichnet der Name das dreistrichige Trigramm, im klassischen Text das sechsstrichige Hexagramm. Unter allen greifbaren Formen des Yin ist keine größer als die Erde.

Da in diesem Gua alle drei Linien gebrochen sind, heißt es Kun und bildet die Erde ab; verdoppelt man es, erhält man abermals Kun: Es ist die reinste Gestalt des Yin und das Höchste an Hingabe, darum bleiben Name und Bild unveränderlich.

Die Stute ist folgsam und doch ausdauernd im Lauf; das Yang geht voran, das Yin folgt nach; das Yang stiftet den Sinn, das Yin den Nutzen. Südwesten ist die Himmelsrichtung des Yin, Nordosten die des Yang.

Festes Verharren meint das Bewahren der Ruhe und Fügsamkeit; Beharrlichkeit meint das Festhalten an der Kraft des Schöpferischen. Wer dieses Gua empfängt, dessen Spruch verheißt erhabenes Gelingen; förderlich ist es, die Beharrlichkeit einer Stute zu wahren.

Hat man ein Vorhaben, so gerät man ins Irren, wenn man voraneilt, folgt man jedoch nach, erlangt man Führung und findet das Förderliche. Wendet man sich nach Südwesten, gewinnt man Gefährten; wendet man sich nach Nordosten, verliert man Gefährten.

Vermag man im Rechten beharrlich zu ruhen, so bringt dies Heil.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Hier wird das Wesen von Kun am Weg der Erde verdeutlicht, und zuerst wird das Ursprüngliche (Yuan) genannt. Es meint das Äußerste und Höchste; verglichen mit der Größe von Qian ist sein Wesen sanfter und empfangender.

Der Anfang ist der Beginn des Od-Atems; das Entstehen ist der Anbeginn der sichtbaren Gestalt; dem Himmel folgsam zu dienen, ist der Weg der Erde. Zur Lautung: ‚Jiang‘ (Grenze) reimt auf Liang, so auch im Folgenden.

Dies deutet auf das Gelingen hin: Seine Tugend eint sich mit dem Grenzenlosen, was bedeutet, dass es sich dem Schöpferischen ebenbürtig anfügt. Dies deutet auf das fördernde Beharren hin.

Das Pferd ist das Sinnbild von Qian, dass es jedoch der Erde zugeordnet wird, liegt daran, dass die Stute ein weibliches, irdisches Wesen ist und das Pferd die Erde durchmisst. Die Erde grenzenlos zu durchschreiten bedeutet, fügsam und zugleich stark zu sein.

Sanfte Hingabe und fördernde Beharrlichkeit sind die Tugenden von Kun. ‚Des Edlen Wandel‘ bedeutet, dass das Tun des Menschen der Tugend von Kun gleicht. Handelt man so, erfüllt sich das Orakel wie im Folgenden beschrieben.

Das Yang ist groß, das Yin ist klein; das Yang vermag das Yin zu umfassen, doch das Yin vermag das Yang nicht ganz einzuschließen. Darum bleibt die Tugend von Kun stets um die Hälfte hinter Qian zurück.

Verliert man im Nordosten auch Gefährten, so kehrt man nach Südwesten zurück und findet am Ende reichen Segen. Ruhig und zugleich beharrlich zu sein, ist die wahre Tugend der Erde.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

Das Bild der Erde für Kun ist eines und unteilbar; darum spricht man nicht von Verdopplung, sondern von der Folgsamkeit ihrer Beschaffenheit.

Daran wird sichtbar, wie Höhen und Tiefen unaufhörlich ineinandergreifen – von höchster Hingabe und gewaltiger Tiefe trägt sie alle Wesen ohne Ausnahme.

Zhouyi BenyiWenyan-Kommentar

Fest und rechtwinklig: Dies erklärt die Beharrlichkeit der Stute; rechtwinklig meint, dass das Hervorbringen der Dinge beständigen Gesetzen folgt. Cheng Yi bemerkt: Unter dem Wort ‚Herr‘ müsste das Wort ‚Vorteil‘ stehen. Dies erhellt abermals den Sinn des Gelingens.

Dies erhellt abermals die Hingabe, mit der die Erde das Wirken des Himmels aufnimmt. Bis hierher wird der Sinn des Tuan Zhuan vertieft. ‚Ein Haus, das Gutes anhäuft, wird gewiss überströmenden Segen ernten; ein Haus, das Böses anhäuft, wird gewiss überströmendes Unheil erfahren.

Dass ein Minister seinen Fürsten mordet oder ein Sohn seinen Vater, geschieht nicht an einem einzigen Morgen oder Abend; die Ursachen reichen weit zurück und wachsen allmählich an. Dies rührt daher, dass man das Unscheinbare nicht beizeiten unterschieden hat.

Im Buch der Wandlungen heißt es: Betritt man Reif, so naht festes Eis – dies spricht von der Gesetzmäßigkeit des Folgens.‘ In alter Zeit wurden die Zeichen für ‚Folgen‘ und ‚Vorsicht‘ austauschbar gebraucht; hier ist wohl ‚Vorsicht‘ gemeint: Man muss die Dinge schon im Keim sorgsam unterscheiden.

‚Gerade meint seine Aufrichtigkeit, rechtwinklig seine Pflichtgemäßheit. Der Edle wahrt Ehrfurcht, um das Innere gerade zu richten, und Pflicht, um das Äußere rechtwinklig zu ordnen. Stehen Ehrfurcht und Pflicht fest, so steht die Tugend nicht vereinzelt da.

Gerade, rechtwinklig, groß: Ohne Absicht bleibt nichts ungefördert – so zweifelt er nicht an seinem Tun.‘ Dies wird vom Standpunkt der Gelehrsamkeit betrachtet. ‚Gerade‘ meint das eigentliche Wesen, ‚Rechtwinklig‘ das ordnende Handeln.

Ehrfurcht ist das Wahren des inneren Wesens; zu Innerem und Äußerem hat Cheng Yi alles Nötige dargelegt. Von ‚groß‘ ist hier nicht gesondert die Rede. Wo Zweifel herrscht, bedarf es erst der Einübung zum Vorteil; ist man frei von Zweifel, wozu bedürfte es noch künstlicher Übung?

Der Kommentar sagt: ‚Gerade‘ bezeichnet Aufrichtigkeit, ‚Rechtwinklig‘ die Pflicht. Richtet der Edle sein Inneres in Ehrfurcht auf und ordnet das Äußere nach der Pflicht, so entfaltet sich die Pflicht nach außen – nicht als Äußerlichkeit, sondern als Frucht der inneren Haltung.

Sind Ehrfurcht und Pflicht begründet, erstarkt die Tugend gewaltig; ohne Streben nach Größe wird sie von selbst groß. Die Tugend bleibt nicht einsam; wo immer sie wirkt, bleibt nichts unvollendet, wo immer sie waltet, gibt es keinen Schaden – wer wollte da noch zweifeln?

‚Hat das Yin auch Schönes an sich, so birgt es dies doch in sich, um den Geschäften des Königs zu dienen; es wagt nicht, das Werk als vollendet für sich zu beanspruchen. Dies ist der Weg der Erde, der Gattin, des Ministers.

Der Weg der Erde maßt sich keine Vollendung an, sondern führt das Werk stellvertretend zu Ende.‘ ‚Wenn Himmel und Erde sich wandeln, grünen und blühen Kräuter und Bäume; verschließen sich Himmel und Erde, so zieht sich der Weise zurück.

Im Buch der Wandlungen heißt es: Ein verschnürter Beutel, kein Makel, kein Lob – das mahnt zur Vorsicht.‘ ‚Der Edle birgt die Mitte in Gelb und durchdringt die Ordnung der Dinge.‘ ‚Gelb in der Mitte‘ bedeutet, dass die Tugend der Mitte innen wohnt; dies erklärt das Schriftzeichen ‚Gelb‘.

‚Er nimmt den rechten Platz ein und verweilt im unteren Gewand.‘ Obgleich auf erhabenem Rang, wahrt er die Haltung des Dienenden; dies erklärt das Schriftzeichen ‚Unterkleid‘ (Chang).

‚Das Schöne ruht in seinem Inneren und strömt durch die vier Glieder, entfaltet sich in großen Taten – das ist die Vollendung des Schönen.‘ ‚Das Schöne ruht in seinem Inneren‘ nimmt abermals das ‚Gelb in der Mitte‘ auf; ‚strömt durch die vier Glieder‘ vertieft abermals das Verweilen im dienenden Gewand.

‚Wähnt sich das Yin dem Yang ebenbürtig, so kommt es unausweichlich zum Kampf. Weil man besorgte, es scheine kein Yang mehr da zu sein, nennt man es Drache. Da es jedoch seine Art als Yin noch nicht verlassen hat, nennt man es Blut.

Gelb ist die Mischung von Himmel und Erde: Der Himmel ist dunkel, die Erde ist gelb.‘ Lautungshinweise: ‚Wei‘ im fallenden Ton, ‚Li‘ im fallenden Ton, ‚Fu‘ im steigenden Ton. ‚Zweifeln‘ (Yi) meint hier das Auftreten als gleichrangiger Gegner ohne Unterschied von Groß und Klein.

Zwar weist Kun keine Yang-Linie auf, doch fehlt das Yang niemals ganz. Blut gehört zum Yin; der Atem gehört zum Yang, das Blut zum Yin. Gelb ist die rechte Farbe von Erde und Mitte; wenn beide streiten, werden Himmel und Erde zugleich verletzt.

Bis hierher wird der Sinn des Xiang Zhuan vertieft.

Yichuan YizhuanUrteil

Kun bildet das Gegenstück zu Qian. Beide teilen die vier Grundtugenden, doch die Art ihrer Beharrlichkeit ist verschieden: Qian findet seine Beharrlichkeit in fester Entschlossenheit, Kun in weicher Hingabe.

Eine Stute ist sanft und doch ausdauernd im Lauf, darum wählt man ihr Bild und spricht von der ‚Beharrlichkeit einer Stute‘. Was der Edle vollbringt, ist weich, fügsam, förderlich und beharrlich – ganz im Einklang mit der Tugend von Kun. Das Yin folgt dem Yang.

Es wartet, bis jenes anstimmt, ehe es einstimmt. Zöge das Yin dem Yang voran, geriete es in Verwirrung; hält es sich hintenan, wahrt es seine beständige Natur.

Das Führen des Nutzens – alle Wesen zu nähren – ist die Aufgabe von Kun; Zeugung und Wachstum sind das Verdienst der Erde. Ebenso steht es um den Weg des Ministers: Der Fürst befiehlt, der Minister führt aus; sich in den Aufgaben zu mühen, ist die Pflicht des Dieners.

Südwesten ist die Richtung des Yin, Nordosten die des Yang. Das Yin muss dem Yang folgen; erst wenn es seine Gefährten verlässt, vermag es das Werk des Nährens zu vollenden und das Heil stiller Beharrlichkeit zu empfangen.

Wer das Beständige wahrt, findet Ruhe; wer in der Ruhe beharrt, erlangt das Heil.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Grenze. Der Weg, durch den alle Wesen entstehen, darf wahrlich groß genannt werden! Da Qian bereits ‚groß‘ genannt wurde, nennt man Kun ‚erhaben‘ (Zhi). Das Erhabene wirkt sanfter und stiller, nicht von so stürmischer Pracht wie das Große.

So streng wahren die Weisen den Unterschied zwischen Hoch und Niedrig! Alle Dinge verdanken Qian ihren Anfang und Kun ihr Wachsen – dies ist der Weg von Vater und Mutter.

Demütig nimmt sie die Gaben des Himmels auf, um das Werk zu vollenden; mit tiefer Tugend trägt Kun alle Wesen und eint sich mit der Grenzenlosigkeit von Qian.

Mit den vier Worten ‚bergen, entfalten, leuchten, groß sein‘ wird der Weg von Kun beschrieben, so wie Qian durch Festigkeit, Stärke, Mitte und Lauterkeit gekennzeichnet ist. ‚Bergen‘ meint Hege und Weite; ‚Leuchten‘ meint Klarheit; ‚Groß‘ meint Tiefe und Fülle.

Weil Kun diese vier besitzt, vermag es dem Himmel zu dienen, und alle Geschöpfe gelangen zur vollen Entfaltung. Dass die Stute zum Bilde gewählt ward, liegt daran, dass sie weich und folgsam ist und doch kraftvoll über die Erde zieht – sie gehört zur Art der Erde.

‚Grenzenlos über die Erde eilen‘ deutet auf Kraft. Qian ist stark, Kun ist hingebend; besitzt Kun denn auch Kraft? Gewiss, wie vermöchte es sonst Qian ebenbürtig zur Seite zu stehen? Niemals wandelt der Himmel, während die Erde stillsteht!

Wenn Kun sich regt, ist es fest, ohne seine Weichheit einzubüßen. Sanfte Hingabe und beharrliche Förderung sind die Tugenden von Kun und der Wandel des Edlen; der Weg des Edlen fügt sich der Tugend von Kun.

Das Wirken von Qian geschieht durch das Yang, das Wirken von Kun durch das Yin. Was über der Gestalt steht, heißt der Weg von Himmel und Erde; was in die Gestalt eingeht, heißt das Werk von Yin und Yang.

Vom ‚Erst Irren, dann Erlangen‘ an wird der Weg des Yin geschildert: Wer zuerst vortritt, verliert den Weg des Yin; wer folgsam nachfolgt, wahrt die ewige Ordnung.

Südwesten ist die Richtung des Yin, wo man Seinesgleichen folgt und Gefährten gewinnt; Nordosten ist die Richtung des Yang, wo man Seinesgleichen verlässt.

Trennt man sich von den Gefährten und wendet sich dem Yang zu, vermag man das Werk des Lebens zu vollenden und erntet am Ende Heil und Segen. Mit den Seinen zu gehen, ist die Wurzel; dem Yang zu folgen, ist die rechte Anwendung.

Das Wesen des Yin ist weich und leicht erregbar; folgt es jedoch dem Yang, erlangt es stille Beharrlichkeit und Heil, im Einklang mit der Unerschöpflichkeit der Erde. Wie vermöchte ein unruhiges Yin dem Weg der Erde zu genügen?

Im Tuan-Kommentar wird das ‚Grenzenlose‘ dreifach genannt, doch in verschiedenem Sinne: Seine Tugend eint sich mit dem Grenzenlosen – das meint das unaufhörliche Schaffen des Himmels; es entspricht der grenzenlosen Erde – das meint die Unendlichkeit des Bodens; es durcheilt die Erde ohne Grenzen – das meint den unermüdlichen Lauf der Stute.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Die Größe des Weges von Kun steht jener von Qian in nichts nach; wer außer dem Weisen vermöchte sie ganz zu verkörpern?

Die Erde ist tief, und ihre Neigung schmiegt sich willig an; darum nimmt man das Bild der hingebenden Tiefe und spricht von der ‚Beschaffenheit der Erde als Kun‘. Der Edle schaut auf die weite Fülle der Erde und trägt mit lautere, tiefer Tugend alle Wesen.

Yichuan YizhuanWenyan-Kommentar

Wandel. Der Weg von Kun ist von äußerster Weichheit, doch wenn er sich regt, ist er fest; das Wesen von Kun ist von vollendeter Stille, doch seine Tugend ist rechtwinklig geordnet.

Weil seine Regung fest ist, entspricht es Qian ohne Abweichung; weil seine Tugend rechtwinklig ist, bringt es die Wesen nach fester Ordnung hervor.

Der Weg des Yin stimmt nicht selbst an, sondern stimmt ein; darum gewinnt es, wenn es hintenan bleibt, und führt das Gedeihen herauf. Alle Dinge zu vollenden, ist die stete Art von Kun; es hegt alle Wesen, und seine verwandelnde Kraft leuchtet weithin.

Unter dem Worte ‚Herr‘ fehlt das Wort ‚Vorteil‘. Wie hingebend ist doch der Weg von Kun! Er empfängt den Himmel und wandelt zur rechten Zeit; er nimmt die Schöpfung des Himmels auf und verfehlt nie die Frist – so wird die Folgsamkeit des Weges von Kun gepriesen.

Ein Haus, das Gutes anhäuft, wird gewiss überströmenden Segen ernten; ein Haus, das Böses anhäuft, wird gewiss überströmendes Unheil erfahren.

Dass ein Minister seinen Fürsten mordet oder ein Sohn seinen Vater, geschieht nicht an einem einzigen Morgen oder Abend; die Ursachen reichen weit zurück und wachsen allmählich an. Dies rührt daher, dass man das Unscheinbare nicht beizeiten unterschieden hat.

Im Buch der Wandlungen heißt es: Betritt man Reif, so naht festes Eis – dies spricht von der Gesetzmäßigkeit des Folgens. Nichts in der Welt geschieht, ohne dass es sich zuvor allmählich angehäuft hätte.

Sammelt eine Familie Gutes an, so reicht der Segen bis zu den Kindeskindern; häuft sie Schlechtes an, so trifft das Unheil die Nachfahren. Selbst gewaltige Frevel wie Fürstenmord und Vatermord wachsen aus kleiner Wurzel heran; kein Tag allein bringt sie hervor.

Der Einsichtige erkennt, dass man dem schleichenden Wachsen wehren muss; das Kleine häuft sich zum Großen, darum scheidet er es beizeiten und lässt das Übel nicht ungehindert wachsen. So vermag kein Frevel in der Welt zu erstarken; darin liegt die Mahnung vom Reif und vom Eis.

Vom Reif zum harten Eis, vom kleinen Fehltritt zum großen Verbrechen: All dies folgt dem steten Drang der Dinge. Gerade meint seine Aufrichtigkeit, rechtwinklig seine Pflichtgemäßheit.

Der Edle wahrt Ehrfurcht, um das Innere gerade zu richten, und Pflicht, um das Äußere rechtwinklig zu ordnen. Stehen Ehrfurcht und Pflicht fest, so steht die Tugend nicht vereinzelt da.

Gerade, rechtwinklig, groß: Ohne Absicht bleibt nichts ungefördert – so zweifelt er nicht an seinem Tun. Gerade bezeichnet das Rechte im Gemüt, rechtwinklig das Schickliche im Tun.

Der Edle stellt Ehrfurcht an die Spitze, um sein Inneres aufzurichten, und hält an der Pflicht fest, um sein Äußeres zu ordnen. Ist Ehrfurcht begründet, wird das Innere aufrecht; gestaltet sich Pflicht, wird das Äußere wohlgeordnet – doch diese Ordnung kommt von innen her.

Stehen Ehrfurcht und Pflicht fest, entfaltet sich die Tugend herrlich; ohne dass man danach strebt, wird sie groß. Seine Tugend bleibt nicht einsam; wohin er sich wendet, alles fügt sich, wie immer er handelt, alles gedeiht – woran sollte er noch zweifeln?

Hat das Yin auch Schönes an sich, so birgt es dies doch in sich, um den Geschäften des Königs zu dienen; es wagt nicht, das Werk als vollendet für sich zu beanspruchen. Dies ist der Weg der Erde, der Gattin, des Ministers.

Der Weg der Erde maßt sich keine Vollendung an, sondern führt das Werk stellvertretend zu Ende. Der Weg des Dienenden verlangt, Verdienste nicht für sich zu beanspruchen.

Er birgt sein Leuchten und seine Vorzüge, um dem Herrscher zu dienen; er führt das Werk für den Oberen zu Ende, ohne den Ruhm an sich zu reißen.

So wie die Erde anstelle des Himmels die Dinge vollendet, der Schöpferruhm aber allein dem Himmel gebührt; und so hält es auch die Gattin. Wenn Himmel und Erde sich wandeln, grünen und blühen Kräuter und Bäume; verschließen sich Himmel und Erde, so zieht sich der Weise zurück.

Im Buch der Wandlungen heißt es: Ein verschnürter Beutel, kein Makel, kein Lob – das mahnt zur Vorsicht. Die vierte Linie steht nahe dem Herrscher, ohne inniges Einvernehmen; dies bildet die Trennung ab.

Berühren sich Himmel und Erde, so verwandeln sich alle Wesen, und Bäume und Gräser sprießen üppig; begegnen Fürst und Minister einander im Vertrauen, so gedeiht die Ordnung.

Verschließen sich Himmel und Erde gegeneinander, stockt das Leben; reißt das Band zwischen Fürst und Diener, zieht sich der Weise in die Verborgenheit zurück.

In Zeiten solcher Erstarrung verschnürt er den Beutel und verbirgt sein Licht; so bleibt ihm zwar Ruhm versagt, doch entgeht er jedem Makel. Dies mahnt, sich in achtsamer Zurückhaltung selbst zu bewahren. Der Edle birgt die Mitte in Gelb und durchdringt die Ordnung der Dinge.

Er nimmt den rechten Platz ein und verweilt im unteren Gewand. Das Schöne ruht in seinem Inneren und strömt durch die vier Glieder, entfaltet sich in großen Taten – das ist die Vollendung des Schönen.

Gelb ist die Farbe der Mitte; gebildet und maßvoll sein bedeutet, die innere Ordnung zu begreifen. Er nimmt die rechte Würde ein, ohne die dienende Haltung zu vergessen. Der fünfte Platz ist der Ehrenrang, doch im Hexagramm Kun gilt allein der Geist des Maßes und der Hingabe.

Sammelt sich Schönheit im Inneren, so durchströmt sie den ganzen Leib und bricht in heilsamen Werken hervor – dies ist die höchste Fülle tugendhafter Schönheit. Wähnt sich das Yin dem Yang ebenbürtig, so kommt es unausweichlich zum Kampf.

Weil man besorgte, es scheine kein Yang mehr da zu sein, nennt man es Drache. Da es jedoch seine Art als Yin noch nicht verlassen hat, nennt man es Blut. Gelb ist die Mischung von Himmel und Erde: Der Himmel ist dunkel, die Erde ist gelb.

Das Yang ist groß, das Yin ist klein; das Yin muss dem Yang folgen. Ist das Yin jedoch aufs Äußerste erstarkt, lehnt es sich auf und fordert den Kampf heraus.

Hat die Sechs den Gipfel erreicht und drängt noch immer blind voran, entbrennt die Schlacht; darum heißt es: ‚Sie kämpfen in der Wildnis‘. Die Wildnis meint das weite Land außerhalb der Ordnung.

Wenn Gleiches gegen Gleiches steht, werden beide verletzt, darum fließt dunkles und gelbes Blut. Das Yin hat sich überhoben und ringt mit dem Yang; doch selbst das Yang bleibt nicht unversehrt.

Darum zeigt das Blut die Farben beider: Dunkel und Gelb bezeugen das gemeinsame Leiden.

Zhouyi ZhuUrteil

Für Kun ist die Beharrlichkeit förderlich, wie sie einer Stute eignet. Das Pferd weilt unten und durchmisst die Weite; ist es gar eine Stute, verkörpert es vollendete Folgsamkeit.

Erst aus solcher Hingabe erwächst wahrhaftes Gelingen; darum ist allein die ‚Beharrlichkeit einer Stute‘ heilsam. Der Südwesten ist das Land, das alle Wesen nährt, und wandelt auf demselben Pfad wie Kun; darum heißt es: ‚Man gewinnt Gefährten‘.

Der Nordosten liegt dem Südwesten entgegen; darum heißt es: ‚Man verliert Gefährten‘. Das Wesen des Yin verlangt, dass es sich von seinesgleichen scheidet und dem entgegengesetzten Pol zuwendet; erst dann erlangt es die Ruhe beharrlichen Heils.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Dass die Erde Grenzenlosigkeit erlangt, rührt daher, dass sie in Demut und Fügsamkeit wandelt. Qian lenkt den Himmel mit Drachen, Kun durchmisst die Erde mit Rossen. Die Erde ist der Name der sichtbaren Gestalt; Kun ist das Prinzip, das diese Erde leitet.

Wer Gewalt anwendet, erregt Streit; wo zwei Herrscher herrschen, droht Verderben. Die Gestalt der Erde paart sich mit der schöpferischen Festigkeit und bewahrt so auf ewig ihre unerschöpfliche Dauer – bedarf es da nicht vollendeter Hingabe?

Wollte man den Wandel nicht wie eine Stute führen, das Förderliche nicht in dauerhafter Beharrlichkeit suchen, sondern starr und herrisch auftreten oder schwächlich und launisch nachgeben, so stünde es übel um den Frieden.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Die Gestalt der Erde kennt Schroffheit, doch ihre Haltung und Neigung ist lauter Hingabe.

Zhouyi ZhuWenyan-Kommentar

Wenn sie sich regt, ist sie gerade und rechtwinklig geordnet, frei von Unlauterkeit. Wäre sie bloß weich und glatt, so trüge sie den Keim des Verfalls in sich. Ihr Wesen ist tiefste Stille, und ihre Tugend ist verlässliche Ordnung.

Zhouyi ZhengyiUrteil

‚Das Empfangende: Erhabenes Gelingen. Fördernd durch die Beharrlichkeit einer Stute.‘ Die gerechte Auslegung besagt: Dieser Abschnitt enthält die Worte König Wens unter dem Hexagramm Kun, worin er dessen Tugenden darlegt.

Da Qian und Kun zueinandergehören, folgt Kun unmittelbar auf Qian. Es besagt, dass die Erde ebenfalls alle Wesen ins Leben ruft und ihnen Gedeihen schenkt; darum ist ‚Erhabenes Gelingen‘ beiden gemein.

Doch bei ‚Fördernd durch die Beharrlichkeit einer Stute‘ scheidet sich Kun von Qian. Qians Beharrlichkeit fördert alle Dinge durch reine Festigkeit; hier jedoch heißt es ausdrücklich: ‚Beharrlichkeit einer Stute‘.

Kun ist der Weg des Yin, dessen Tugend in weicher Hingabe ruht; man bedient sich dieses Bildes, um die Tugend der Sanftmut vor Augen zu stellen. Die Stute steht im Gegensatz zum Hengst als Bild des Weichen, das Pferd im Gegensatz zum Drachen als Sinnbild der Folgsamkeit.

Auf dieses Gleichnis greift man zurück, um den Weg des Yin zu erhellen. Die Stute ist ein sichtbares Wesen der Natur, und der Weise nimmt ihre angeborene Art zum Vorbild seiner Lehre.

Dass man nicht das Rind, sondern das Ross wählt, liegt daran, dass das Rind zwar fügsam ist, die Erde jedoch nicht unermüdlich zu durcheilen vermag; das Pferd hingegen vermag, wiewohl dem Drachen nachstehend, weite Fernen zu überwinden, gleichwie die Erde unabsehbar Leben spendet.

Zum Kommentar ‚Erst aus vollendeter Hingabe erwächst Gelingen‘: Da die Stute höchste Hingabe verkörpert, müsste dem Text nach die Hingabe vor der Beharrlichkeit stehen.

Wang Bi setzt sie vor das Gelingen, um Wortwiederholungen mit dem Spruch zu meiden; da Gelingen und Beharrlichkeit einander bedingen, meint die Beharrlichkeit der Hingabe zugleich das Gelingen aus Hingabe.

Im Weiteren heißt es: ‚Im Nordosten verliert man Gefährten‘ – man verlässt das Yin und sucht das Yang, so erlangt man Heil. Dies scheint einander zu widersprechen, doch das Buch der Wandlungen fasst zehntausend Bilder: Einmal zieht es sich zusammen, einmal dehnt es sich aus.

Gegenüber Qian darf Kun nicht mit schroffer Härte trotzen, darum bedarf es der Stute; im praktischen Umgang aber darf man nicht in reiner Passivität erstarren, sondern muss Festes und Weiches mischen, weshalb der Verlust einseitiger Gefährten Heil bringt.

‚Hat der Edle ein Ziel vor Augen‘ bis ‚Stille Beharrlichkeit bringt Heil‘: Die gerechte Auslegung besagt: Weil Hingabe und Beharrlichkeit gedeihlich sind, ist es dem Edlen zuträglich, Pläne zu verfolgen.

‚Zuerst verirrt er sich, doch hintenan gewinnt er Führung und Nutzen‘: Da das Yin weich ist, muss es warten, bis das Yang vorangeht.

Eilt es den Dingen voraus, verfällt es der Verwirrung; ordnet es sich unter, gewinnt es rechten Nutzen – denn das Niedere darf sich nicht vor das Erhabene drängen, gleichwie der Diener dem Herrn nicht vorzugreifen hat.

‚Im Südwesten gewinnt man Gefährten‘: Der Südwesten ist der Sitz von Kun, reinem Yin. Wendet sich Yin zu Yin, findet es Seinesgleichen, bleibt aber kraftlos; wer im Schwachen verharrt, empfängt kein Heil.

‚Im Nordosten verliert man Gefährten, stille Beharrlichkeit bringt Heil‘: Der Nordosten ist das Reich des Yang. Wendet man sich dorthin, verlässt man die Trägheit des Gleichen und empfängt die lichte Kraft, was wahres Heil stiftet.

Im Menschenleben gleicht dies dem Beamten, der seine Sippe verlässt, um an den Hof des Herrschers zu treten, oder der Braut, die ihr Vaterhaus verlässt, um ins Heim des Gatten einzuziehen.

Wenn Meister Zhuang dies engstirnig nur auf Diener und Ehefrauen bezog, verfehlte er die weite Größe dieser Lehre. Zu Wang Bis Auslegung: Kun nährt alle Wesen; wer sich nach Südwesten wendet, geht den Pfad von Kun.

Doch das Yin muss aus seiner Art heraustreten und sich dem Yang vermählen, um Frucht zu tragen; darum meint der Gefährtenkreis nicht bloß Menschen, sondern die Neigung zu träger Selbstbezogenheit.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Vom Tuan Zhuan bis ‚sein Wandel eint sich mit dem Grenzenlosen‘: Die gerechte Auslegung besagt: Diese Sätze preisen die erhabene Wurzel von Kun. Das Ursprüngliche (Yuan) steht an der Spitze seiner Tugenden, gleichwie bei Qian.

‚Erhaben ist das Schöpferische in Kun!‘: Dies preist die welttragende Güte der Erde, die dem Himmel an Würde gleicht. Doch der Himmel umspannt die Erde und ist noch weiter als sie; darum heißt es bei Qian ‚Großartig‘, bei Kun ‚Erhaben‘.

‚Alle Dinge verdanken ihm ihr Werden‘: Sie empfangen vom Himmel den Hauch des Geistes und von der Erde die feste Gestalt. ‚Demütig empfängt es das Wirken des Himmels‘: Qian leitet kraftvoll, Kun fügt sich in sanfter Harmonie.

‚Die Erde trägt mit tiefer Güte alle Wesen, ihre Tugend schmiegt sich an das Grenzenlose‘: Wegen ihrer Weite vermag sie alles zu tragen; dies deutet auf Raum und ewige Zeit.

‚Es birgt das Große und leuchtet weithin, alle Wesen entfalten sich vollkommen‘: Dies legt das Gedeihen (Heng) aus. ‚Die Stute ist von der Art der Erde, sie durcheilt den Erdkreis ohne Schranken‘: Dies legt die Beharrlichkeit (Li Zhen) aus.

Von ‚Sanfte Hingabe und beharrliche Förderung‘ bis ‚sie entspricht der grenzenlosen Erde‘: Dies erläutert des Edlen Wandel. Wer voreilig handelt, verfehlt den Weg; wer folgsam dient, bewahrt die ewige Ordnung.

Im Südwesten wandelt man mit Seinesgleichen; im Nordosten trennt man sich von der trägen Bindung und erlangt dauerhaften Segen. ‚Heil durch stille Beharrlichkeit‘: Findet der Mensch zu innerer Ruhe und Lauterkeit, so schwingt sein Herz mit der unendlichen Güte der Erde ein.

Zu Wang Bis Mahnung: ‚Führt man es nicht wie eine Stute‘ deutet auf mangelnde Sanftmut; ‚sucht man den Nutzen nicht in ewiger Treue‘ deutet auf fehlende Festigkeit.

Wäre man bloß starr und schroff, verfiele man der Härte; wäre man bloß weichlich und biegsam, ginge der Halt verloren. Ohne Stutengemüt und treue Ausdauer gibt es keinen dauerhaften Frieden.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die gerechte Auslegung besagt: Die Gestalt der Erde zeigt Kanten und Brüche, das scheint ohne Sanftmut; doch wie sie sich unter den Himmel schmiegt, darin erweist sich ihre vollendete Hingabe.

Die gerechte Auslegung besagt: Der Edle schöpft aus dieser weiten Güte der Erde, um alle Menschen und Wesen zu hegen und zu tragen.

Dies gilt auch für Fürsten und Würdenträger; ein jeder trage nach seinen Kräften, wenn auch nur der vollkommene Weise das All restlos zu umfangen vermag.

Zhouyi ZhengyiWenyan-Kommentar

Die gerechte Auslegung besagt: Dies ist der erste Teil, der die Tugend von Kun preist; von ‚Ein Haus, das Gutes anhäuft‘ an folgt die Deutung der sechs Linien.

‚Kun ist von äußerster Weichheit, doch wenn es sich regt, ist es fest‘: Alle sechs Linien sind Yin, also ganz weich; doch in stetem Wachsen erstarkt das Weiche, bis es zur Härte von Reif und Eis wird.

So bringt auch die Erde Gewächse hervor, die zart beginnen und zu harten Stämmen reifen. ‚Vollkommene Stille, rechtwinklige Tugend‘: Die Erde ruht unerschütterlich, das ist ihre Stille; sie lässt alles nach lauteren Gesetzen sprießen, das ist ihre Aufrichtigkeit.

Die gerechte Auslegung besagt: ‚Hintenan erlangt es Führung und hat Bestand‘: Das Yin hält sich demütig zurück; dient es getreu, so findet es rechten Halt – dies ist seine ewige Natur.

‚Es birgt die zehntausend Dinge, und seine Verwandlungskraft strahlt hell‘ greift die Worte des Tuan auf. ‚Der Weg von Kun ist lauter Hingabe; er dient dem Himmel und wandelt mit der Zeit‘: Er maßt sich nichts an, sondern lauscht auf die rechte Frist.

Zu ‚Ein Haus, das Gutes anhäuft‘ bis ‚Dies spricht von der Gesetzmäßigkeit des Folgens‘: Dies deutet die Sechs am Anfang aus. Gutes wie Böses wächst unmerklich an; Fürstenmord und Vatermord fallen nicht plötzlich vom Himmel, ihre Wurzeln reichen tief.

Wenn Herrscher und Väter den Keim nicht beizeiten erkennen und scheiden, bricht das Verderben los. ‚Betritt man Reif, so naht festes Eis‘: Wer dem Bösen nachgibt, lässt es wachsen, bis es wie Eis erstarrt.

Zu ‚Gerade meint seine Aufrichtigkeit‘ bis ‚so zweifelt er nicht an seinem Tun‘: Dies erklärt Sechs an zweiter Stelle. Das Geradestehen ist die Lauterkeit im Inneren; das Rechtwinklige ist die Pflicht nach außen.

Der Edle wahrt Ehrfurcht im Herzen, damit kein Trug dort niste, und ordnet sein Handeln gerecht, damit kein Streit entstehe. Dann steht seine Tugend niemals verlassen da; sein Tun bedarf keiner künstlichen Absicht, und kein Zweifel lähmt seinen Schritt.

Zu ‚Hat das Yin auch Schönes an sich‘ bis ‚führt das Werk zu Ende‘: Dies deutet Sechs an dritter Stelle aus. Ein Diener birgt seine Fähigkeiten, wagt nicht, als Urheber aufzutreten, sondern führt die Pläne des Meisters treu zu Ende.

Zu ‚Wenn Himmel und Erde sich wandeln‘ bis ‚das mahnt zur Vorsicht‘: Dies deutet Sechs an vierter Stelle aus. Wenn die Zeit sich verschließt, hat der Edle den Beutel zu schnüren: Er birgt seinen Verstand, umfeindet niemanden und bleibt unversehrt.

Zu ‚Der Edle birgt die Mitte in Gelb‘ bis ‚Vollendung des Schönen‘: Dies deutet Sechs an fünfter Stelle aus. Gelb ist das Maß der Mitte, das Gewand das Zeichen des Dienens; wer hohe Würde mit demütiger Klugheit paart, dessen Tugend strahlt leuchtend hervor.

Die gerechte Auslegung besagt: Zu Sechs oben: ‚Wähnt sich das Yin dem Yang ebenbürtig, so kommt es unausweichlich zum Kampf‘ – wenn die Finsternis die lichte Kraft verdrängen will, stößt das Yang sie zornig zurück; da keines weicht, entbrennt die Schlacht.

Die gerechte Auslegung besagt: Weil das erstarkte Yin trügerisch wie ein Herrscher auftritt, nennt man es Drache. Die gerechte Auslegung besagt: Obgleich es stolz emporsteigt, bleibt es doch bloßes Yin; im Zusammenprall wird es verwundet.

Die gerechte Auslegung besagt zum dunklen und gelben Blut: Himmel und Erde, Licht und Schatten werden beide in diesem wilden Aufruhr verletzt.

Quellen

I Ging · #2 Das Empfangende (Erde) → Almanach zu diesem Datum →