East Almanac
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24. Die Rückkehr (复)

Urteil

Deutung

Das Hexagramm Fu symbolisiert das Wiederaufkeimen der lichten Yang-Kraft tief im Schoß der Erde nach einer Phase des Rückzugs. Die Urteilstexte raten dazu, den zarten Neuanfang behutsam zu schützen und die natürlichen Zyklen geduldig wirken zu lassen, statt voreilig voranzupreschen.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Hexagram 24 复 — Urteil.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/yijing/24/0

BaZi-Karte

Im BaZi korrespondiert Fu mit dem Moment der Wintersonnenwende, an dem ein einzelner Funke Yang unter der Dominanz des Yin neu erwacht. Da das unterstützende Element noch zart und verletzlich ist, würde forciertes Handeln die kostbaren Reserven vorzeitig erschöpfen.

Kurz gesagt: Der Wendepunkt zum Besseren ist da, doch jetzt gilt es, innezuhalten und Kräfte für den weiteren Weg zu sammeln.

Westliches Geburtshoroskop

Die astrologische Konstellation spiegelt eine Neumondphase oder den direkten Stillstand eines zuvor rückläufigen Planeten wider, wodurch blockierte Energieströme allmählich wieder ins Fließen geraten.

Zwar ist dieser erste Impuls noch fragil, doch die grundlegende Richtung weist unmissverständlich nach vorn. Kurz gesagt: Vertrauen Sie den neu erwachenden Impulsen und tasten Sie sich mit wohlüberlegten, kleinen Schritten voran.

I-Ging-Befragung

Mit dem Donner im Erdinneren vereint Fu inneren Bewegungsdrang mit äußerer Hingabe und Sanftmut.

Während der Tuan-Kommentar die periodische Wiederkehr als unverrückbares Himmelsgesetz deutet, schildert das Große Bild die alten Herrscher, die zur Sonnenwende die Tore schlossen und Reisen ruhen ließen.

Kurz gesagt: Eine zarte neue Kraft erwächst am besten im geschützten Raum der Stille, fernab von Hektik und vorschneller Zurschaustellung.

Karriere

Im beruflichen Umfeld deutet sich eine vielversprechende Erneuerungsphase oder die Entstehung frischer Initiativen an. Anstelle expansiver Großprojekte empfiehlt sich nun eine sorgfältige Konzeptionsarbeit und das Testen im überschaubaren Rahmen.

Kurz gesagt: Nutzen Sie den Neuanfang für eine solide Vorbereitung, anstatt sofort nach messbaren Höchstleistungen zu streben.

Reichtum

In finanzieller Hinsicht deutet die Lage auf eine allmähliche Entspannung der Liquidität und eine Bodenbildung nach vorangegangenen Engpässen hin. Die klassische Überlieferung rät davon ab, riskante Spekulationen zu wagen, und empfiehlt vielmehr den Aufbau solider Rücklagen.

Kurz gesagt: Sichern Sie die zurückkehrende Stabilität durch umsichtige Budgetierung und geduldigen Vermögensaufbau.

Liebe & Beziehungen

In partnerschaftlichen Dynamiken schmilzt bisherige Kälte, sodass Raum für ein erneutes, unverstelltes Aufeinanderzugehen entsteht. Sanfte Zuwendung und das bewusste Vermeiden alter Vorwürfe ermöglichen es beiden Seiten, Vertrauen behutsam wieder aufzubauen.

Kurz gesagt: Schenken Sie einander die Geduld für einen Neuanfang, damit vertraute Zuneigung auf natürliche Weise wieder aufleben kann.

Gesundheit

Die körperliche Konstitution tritt in eine organische Regenerationsphase ein, in der sich die Lebensgeister nach Überarbeitung oder Erschöpfung neu sammeln.

Traditionelle Prinzipien raten zu wärmenden Einflüssen, verlässlichem Schlafrhythmus und dem Verzicht auf abrupte Anstrengung. Kurz gesagt: Achten Sie auf die körpereigenen Erholungszyklen und stärken Sie Ihre Vitalität durch konsequente Schonung.

Persönliches Wachstum

Die persönliche Weiterentwicklung verlangt nach dem Erkennen des Herzens von Himmel und Erde, was einer ehrlichen Rückbesinnung auf die eigenen Grundwerte entspricht. Indem äußerer Lärm ausgeblendet wird, klärt sich der persönliche Kompass von selbst.

Kurz gesagt: Finden Sie in der inneren Einkehr zu Ihrer ursprünglichen Motivation zurück, um gestärkt nach vorn zu blicken.

Kompatibilität

Zwischenmenschliche Vergleiche zeigen harmonisierende Frequenzen, wodurch Gleichgesinnte und förderliche Verbündete wieder leichter zueinanderfinden. Wenn Begegnungen ohne Druck und mit gegenseitigem Respekt stattfinden, wächst eine tragfähige Vertrauensbasis ganz von selbst.

Kurz gesagt: Pflegen Sie Kontakte mit Offenheit und Aufrichtigkeit, damit echte Verbundenheit gedeihen kann.

Schicksalsphasen

Der übergeordnete Zeitzyklus signalisiert das Ende einer stagnierenden Phase und leitet eine schrittweise Aufwärtsbewegung ein. Auch wenn sich sichtbare Resultate zunächst nur langsam einstellen, ist der Umschwung bereits unumkehrbar im Gange.

Kurz gesagt: Vertrauen Sie dem beginnenden Wandel und bleiben Sie beharrlich, während sich die Umstände schrittweise zu Ihren Gunsten fügen.

Jahreslesung

Das Jahresbild folgt dem Prinzip einer behutsamen Konsolidierung zu Jahresbeginn, der im weiteren Verlauf eine spürbare Entfaltung folgt. Die ersten Monate sollten vor allem der internen Neuordnung gewidmet werden, um später mit gesundem Schwung handeln zu können.

Kurz gesagt: Betrachten Sie dieses Jahr als fruchtbaren Neustart, bei dem ein ruhiger Beginn das beste Fundament für spätere Erfolge legt.

Namensanalyse

Für eine Namensgebung im Geiste von Fu eignen sich Bedeutungen, die Erwachen, Erneuerung, Rechtschaffenheit und stetiges Wachstum ausdrücken. Eine geerdete Struktur verleiht dem Namen Stabilität, während ein subtiler Aufwärtsimpuls die Lebenskraft nährt.

Kurz gesagt: Namen, die Neubeginn und innere Aufrichtigkeit verkörpern, schaffen eine harmonische Basis für einen beständigen Lebensweg.

Datumswahl

In der zeitlichen Planung begünstigt Hexagramm 24 Momente der Einkehr, des strategischen Neuausrichtens, sanfte Grundsteinlegungen oder friedvolle Begegnungen. Hektische Verhandlungen oder risikoreiche Vorstöße widersprechen dem regenerativen Wesen dieses Zeichens.

Kurz gesagt: Wählen Sie Termine, die für Ruhe und achtsame Anfänge stehen, um Vorhaben harmonisch auf den Weg zu bringen.

Feng Shui

Im Wohn- und Raumumfeld verlangt das Zusammenspiel von Donner unter der Erde nach klarer Trennung zwischen stillen Rückzugsbereichen und dezenten Aktivitätszonen.

Sowohl der Osten als auch der Südwesten sollten sauber, ordentlich und ruhig gehalten werden, um die zarte Aufbruchsenergie vor störenden Einflüssen zu schützen.

Kurz gesagt: Schaffen Sie ein behagliches, geordnetes Raumklima, das Geborgenheit stiftet und die Regeneration des Haushalts unterstützt.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Die Wiederkehr: Gelingen. Ausgehen und Eintreten ohne Schaden; Freunde kommen ohne Makel. Auf seinem Weg kehrt man wieder; in sieben Tagen erfolgt die Wiederkehr. Förderlich ist es, ein Ziel zu haben.

Tuan-Kommentar

Die Wiederkehr bringt Gelingen; das Feste kehrt zurück, Bewegung geschieht im Einklang mit der Hingabe.

Daher: „Ausgehen und Eintreten ohne Schaden, Freunde kommen ohne Makel.“ „Auf seinem Weg kehrt man wieder; in sieben Tagen erfolgt die Wiederkehr“ – so ist der Lauf des Himmels. „Förderlich ist es, ein Ziel zu haben“ – das Feste wächst.

Zeigt sich in der Wiederkehr nicht das Herz von Himmel und Erde?

Großes Bild

Donner im Innern der Erde: das Bild der Wiederkehr. So schlossen die früheren Könige zur Zeit der Sonnenwende die Pässe; reisende Händler zogen nicht umher, und der Herrscher besichtigte nicht die Provinzen.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Das Zeichen Fu von »hin und her wenden« (fanfu) wird mit fallendem Ton fù gelesen, auch als fù (bedecken/wiederkehren) geschrieben; im Tuan-Kommentar ebenso.

Die Wiederkehr bedeutet, dass das Yang unten neu ersteht. Ist die Zersplitterung vollendet, so entsteht das reine Hexagramm Das Empfangende (Erde) (Kūn), das Hexagramm des zehnten Monats; doch das Yang-Qi regt sich bereits darunter.

Häuft es sich über einen Monat an, so bildet sich der Körper einer einzelnen lichten Yang-Linie heraus und kehrt wieder; darum ist das Hexagramm des elften Monats die Wiederkehr. Da das Yang bereits gewichen war und nun wiederkehrt, liegt darin ein Weg des Gelingens.

Zudem hat das Zeichen innen Das Erregende (Donner) (Zhèn) und außen Das Empfangende (Erde) (Kūn): Es zeigt das Bild, wie das Yang unten sich regt und in Fügsamkeit nach oben wandelt.

Daher lautet das Orakel ferner: Für das eigene Aus- und Eingehen erlangt man Freiheit von Gebrechen, und auch das Herannahen der Gefährten bleibt frei von Makel.

Überdies entsteht seit dem Hexagramm Das Entgegenkommen (Gòu) im fünften Monat die erste Yin-Linie; bis hierher sind es sieben Linienstufen, bis ein Yang wiederkehrt – dies ist der natürliche Lauf des Himmels.

Daher lautet das Orakel weiter: »Hin und her geht sein Weg; am siebenten Tage kommt die Wiederkehr.« Weil die lichte Kraft des Starken eben erst erstarkt, heißt das Orakel ferner: »Fördernd ist es, wohin man geht.« »Hin und her geht sein Weg« bezeichnet den Sinn des Gehens und Wiederkehrens, des Kommens und Wiedergehens.

Die sieben Tage bezeichnen die im Orakel bestimmte Frist für das Wiederkehren.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Kehrt das Starke wieder, so entsteht Gelingen. Vom Standpunkt der Tugend des Hexagramms (Gua-Tugend) aus betrachtet: Das Schwinden und Wachsen von Yin und Yang ist der Lauf des Himmels.

Wachsen (zhǎng, Lautwert zhàng): Aus der Struktur des Gua betrachtet: Ist es erst entstanden, so wächst es allmählich heran.

Unter dem angehäuften Dunklen entsteht ein einzelnes Yang aufs Neue; das Herz von Himmel und Erde, die Dinge hervorzubringen, war beinahe erloschen, und erst an diesem Punkt tritt es wieder zutage.

Im Menschen entspricht dies jenem Moment, da die äußerste Stille in Bewegung übergeht, das äußerste Übel zum Guten umschlägt und das beinahe erloschene ursprüngliche Herz wieder sichtbar wird.

Meister Cheng hat dies eingehend erörtert, und auch in Meister Shaos Gedicht heißt es: »Zur Wintersonnenwende, mitten in der Zi-Stunde, ändert sich das Himmelsherz nimmermehr.

Wo das eine Yang sich erstmals regt, ehe noch die zehntausend Wesen geboren sind: Der Geschmack des Weins ist noch flach, die höchste Musik noch still. Glaubt man diesen Worten nicht, so frage man Fu Xi.« Wie vollendet sind diese Worte!

Wer da lernt, sollte sein ganzes Herz daran wenden.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

In Stille und Ruhe verweilen, um das zarte Yang zu pflegen. In der Monatsordnung (Yueling) heißt es: In diesem Monat fastet man und verhüllt die eigene Gestalt, um abzuwarten, wie Yin und Yang sich festigen.

Yichuan YizhuanUrteil

Über das Hexagramm Fu heißt es in der Reihenfolge der Hexagramme (Xugua): »Die Dinge können nicht auf immer gänzlich zersplittern; ist die Zersplitterung oben am Ende, so wendet sie sich nach unten zurück; darum empfängt man es mit Fu (der Wiederkehr).« Es gibt keinen Grundsatz, nach dem die Dinge für immer zersplittert blieben; erreicht die Zersplitterung ihren Gipfel, so kehrt die Bewegung wieder; ist das Dunkle am äußersten Punkt, so wird das Lichte geboren.

Wenn die Auszehrung des Yang oben am Ende angelangt ist, so ersteht es unten neu: Was oben erschöpft ist, kehrt nach unten um. Daher folgt die Wiederkehr auf die Zersplitterung.

Die Gestalt des Zeichens zeigt ein einzelnes Yang, das unter fünf Yin-Linien entsteht: Ist das Yin auf dem Gipfel, so kehrt das Yang wieder.

Im zehnten Monat des Jahres hat die Fülle des Dunklen ihren Höhepunkt erreicht; zur Wintersonnenwende aber wird ein einzelnes Yang tief in der Erde neu geboren, darum heißt es »Wiederkehr«.

Das Yang ist der Weg des Edlen; wenn das Yang schwindet bis zum Äußersten und dann umkehrt, so schwindet der Weg des Edlen bis zum Äußersten, um dann erneut zu wachsen; darum hat es die Bedeutung der Rückkehr zum Guten.

»Wiederkehr: Gelingen.« Ist erst die Rückkehr da, so folgt Gelingen. Das Yang-Qi entsteht unten von neuem und wächst allmählich heran zur vollen Entfaltung, um die zehntausend Wesen hervorzubringen und zu nähren.

Wenn der Weg des Edlen wiederkehrt, so dringt er schrittweise durch und spendet der Welt seinen Segen; darum wohnt der Wiederkehr das Gesetz gelingender Entfaltung inne. »Aus- und Eingehen ohne Gebrechen«: Aus- und Eingehen meint Werden und Wachsen.

Das Neuerstehen im Inneren ist das Eingehen; das Wachsen und Vordringen nach außen ist das Ausgehen. Dass zuerst das Ausgehen genannt wird, dient dem Wohlklang der Rede. Die Entstehung des Yang kommt nicht von außen, sondern bricht im Inneren hervor; darum nennt man es Eintreten.

Wenn die Wesen erstmals entstehen, ist ihr Qi überaus zart, daher begegnen ihnen oft Mühen und Bedrängnis; wenn das Yang erstmals ersteht, ist sein Qi überaus fein, daher wird es oft geknickt und gebrochen.

Wenn das Frühlings-Yang aufbricht, wird es oft von der Kälte des Yin geknickt; man sieht dies morgens und abends an den Kräutern und Bäumen. »Aus- und Eingehen ohne Gebrechen« besagt, dass das zarte Yang wächst, ohne dass ihm Schaden zugefügt wird.

Da ihm kein Schaden droht und seine Artgenossen allmählich heranrücken und hinzutreten, wird es sich machtvoll entfalten; darum ist es »ohne Makel«.

Was man Makel nennt, ist im Bereich des Qi eine Abweichung oder Unordnung, und beim Edlen eine Hemmung oder Verstopfung, die es ihm verwehrt, seine Natur ganz zu verwirklichen.

Wenn das Yang an der Reihe ist wiederzukehren, könnte selbst ein Anfechten seine Wiederkehr nicht aufhalten; es wäre nur ein Hemmnis. Doch die Begabung dieses Gua birgt die Bedeutung der Freiheit von Gebrechen; das ist die Vortrefflichkeit des Weges der Wiederkehr.

Ein einzelnes, eben erst entstandenes Yang ist überaus zart und vermag die Schar der Yin-Kräfte noch nicht zu überwinden, um alle Wesen hervorzubringen; es bedarf erst des Nachfolgens weiterer Yang-Kräfte, ehe das Werk der Schöpfung ohne Fehl und Verzug vollbracht werden kann – daher heißt es: »Freunde kommen heran: kein Makel.« Das Qi der drei Yang-Phasen Zi, Chou und Yin bringt die zehntausend Wesen zur Reife; dies ist das Werk der vielen vereinten Yang-Kräfte.

Wenn der Weg des Edlen nach seinem Schwinden wiederkehrt, wie könnte er die Gemeinen sogleich besiegen? Er muss warten, bis seine Gefährten und Genossen allmählich erstarken, damit sie mit vereinten Kräften den Sieg erringen.

Dies bedeutet: Der Weg von Schwinden und Wachsen kehrt im Wechsel wieder. Das Schwinden des Yang vollzieht sich bis zum siebenten Tage, dann kehrt es zurück.

Im Hexagramm Das Entgegenkommen (Gòu) beginnt das Schwinden des Yang; nach sieben Wandlungen vollendet sich das Zeichen Fu; darum spricht man von sieben Tagen, was sieben Wandlungsstufen meint.

Beim Hexagramm Lin heißt es: »Im achten Monat gibt es Unheil« – dies bedeutet, dass das Wachsen des Yang bis zum Wachsen des Yin acht Monate durchläuft.

Wenn das Lichte vorrückt, weicht das Dunkle zurück; wächst der Weg des Edlen, so schwindet der Weg des Gemeinen; daher: »Fördernd ist es, wohin man geht.«

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

»Wiederkehr: Gelingen« besagt, dass das Feste und Starke umkehrt und Gelingen wirkt. Wenn das feste Yang nach äußerster Abnahme wiederkehrt, so wächst es allmählich heran zur Fülle und dringt durch.

Es bewegt sich und wandelt in Fügsamkeit; darum geschieht das Aus- und Eingehen ohne Gebrechen, und Gefährten kommen ohne Makel.

Vom Wesen des Hexagramms (Gua) her gesprochen, begründet sich dies so: Unten ist Bewegung und oben ist Hingabe – das bedeutet, sich zu regen und in Fügsamkeit zu wandeln.

Das lichte Feste kehrt um und bewegt sich fügsam; deshalb erlangt man Aus- und Eingehen ohne Gebrechen, und Freunde kommen heran ohne Makel. Auch das Kommen der Gefährten ist eine fügsame Bewegung. Gewiss!

Sein Weg geht hin und her; im Kommen und Gehen lösen sich Abnehmen und Zunehmen ab. Dass am siebenten Tage die Wiederkehr kommt, liegt daran, dass der Wandel von Himmel und Erde so beschaffen ist. Schwinden und Wachsen bedingen einander; dies ist das Gesetz des Himmels.

Da der Weg des festen, lichten Edlen wächst, ist es fördernd, wohin man geht. Dass ein einzelnes Yang unten wiederkehrt, offenbart das Herz von Himmel und Erde, alles Leben hervorzubringen.

Frühere Gelehrte meinten allesamt, man erblicke das Herz von Himmel und Erde in der Stille; sie wussten offenkundig nicht, dass der erste Keim der Bewegung das wahre Herz von Himmel und Erde ist. Wer den Weg nicht kennt, wie vermöchte er dies zu fassen?

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Der Donner entsteht, wenn Yin und Yang aneinanderprallen und Laut werden; solange das Yang zart ist, vermag er noch nicht hervorzutreten. Dass der Donner mitten in der Erde ruht, ist die Zeit, da das Yang eben erst wiederkehrt.

Das Yang entsteht unten von neuem und ist überaus zart; erst durch Stille und Ruhe vermag es heranzuwachsen. Die früheren Könige folgten dem Weg des Himmels: Am Tag der Sonnenwende, wenn das Yang erstmals aufkeimt, pflegten sie es in Ruhe und Stille.

Darum schlossen sie die Pässe, sodass Kaufleute und Reisende nicht zogen und der Herrscher die Lande nicht bereiste. Sie schauten das Bild der Wiederkehr und fügten sich dem Himmelsweg.

Am Leib eines einzelnen Menschen verhält es sich ebenso: Man muss still und gelassen verweilen, um sein Yang zu pflegen.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Das Eingehen ist das Zurückkehren, das Ausgehen das Wachsen des Starken; darum gibt es »kein Gebrechen«. Gebrechen meint Krankheit. Mit »Gefährten« sind die lichten Yang-Kräfte gemeint. Vom ersten gänzlichen Aufzehren des Yang-Qi bis zur Wiederkehr vergehen im Ganzen sieben Tage.

Im Lauf des Himmels währt das Hin und Her nicht länger als sieben Tage; die Wiederkehr lässt sich nicht fernhalten. Geht man voran, so schwindet der Weg des Gemeinen. Gewiss! Wiederkehr bedeutet die Rückkehr zum Ursprung; Himmel und Erde haben den Ursprung zu ihrem Herzen.

Jede Bewegung, die zur Ruhe kommt, wird still; doch die Stille steht der Bewegung nicht bloß als Gegensatz gegenüber. Verstummt die Rede, so herrscht Schweigen; doch das Schweigen steht der Rede nicht bloß als Gegenüber da.

Wie groß Himmel und Erde auch sein mögen, wie reich an den zehntausend Dingen, wie der Donner sich regt und der Wind weht und Myriaden Wandlungen wirken: Das lautlose, äußerste Nichtsein ist ihr Ursprung.

Daher offenbart sich das Herz von Himmel und Erde darin, dass die Bewegung mitten in der Erde zur Ruhe kommt. Wollten sie das Seiende zu ihrem Herzen machen, so vermöchten die verschiedenen Arten der Wesen nicht allesamt nebeneinander zu bestehen.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

»Fang« (Richtung/Bereich) meint die Staatsgeschäfte. Zur Wintersonnenwende kehrt das Yin zurück; zur Sommersonnenwende kehrt das Yang zurück.

Zur Wiederkehr gehört daher das Eintreten in eine lautlose, große Stille; die früheren Könige nahmen sich Himmel und Erde zum Vorbild für ihr Tun.

Kehrt die Bewegung zurück, so wird sie zur Stille; kehrt das Wandeln zurück, so wird es zum Stillstand; kehren die Geschäfte zurück, so werden sie zur Geschäftslosigkeit.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Die Richtigstellung (Zhengyi) lautet: »Wiederkehr: Gelingen« bedeutet, dass das Yang-Qi hin und her wandelt und Gelingen erlangt; darum heißt es »Wiederkehr: Gelingen«.

»Aus- und Eingehen ohne Gebrechen«: Geht man aus, so wächst das Starke; geht man ein, so kehrt das Yang zurück; die Ordnung trifft genau ihre rechte Zeit, darum gibt es kein Gebrechen noch Krankheit. »Gefährten kommen: kein Makel«: Gefährten bezeichnet das Yang.

Wenn das wiederkehrende Yang sich schart und gemeinschaftlich herankommt, so gibt es »keinen Makel«. Käme nicht die Schar des Yang heran, so gäbe es Makel; weil aber die Schar des Yang heranzieht, bleibt es »ohne Makel«.

»Hin und her geht sein Weg; am siebenten Tage kommt die Wiederkehr«: Man wünscht ein rasches Hin und Her, das den rechten Weg trifft und nicht zu weit abirrt. Erst am siebenten Tage kehrt es wieder, und so entspricht es dem Weg.

»Fördernd ist es, wohin man geht«: Da das Yang-Qi im Begriff ist zu wachsen, schwindet beim Voranschreiten der Weg des Gemeinen; daher ist es »fördernd, wohin man geht«.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Vom »Tuan Yue« bis zu »ohne Makel«.

Die Richtigstellung lautet: »Wiederkehr: Gelingen« wird damit erklärt, dass mit der Rückkehr des Yang das Gelingen einzieht; daher verbindet der Text »Gelingen« mit »Wiederkehr«, um es auszulegen.

»Das Starke kehrt um; es bewegt sich und wandelt in Fügsamkeit« legt oben den Sinn von »Wiederkehr: Gelingen« aus und ergründet unten die Fügung von »Aus- und Eingehen ohne Gebrechen, Gefährten kommen: kein Makel«; darum heißt es: »Deshalb geschieht das Aus- und Eingehen ohne Gebrechen, Gefährten kommen: kein Makel«.

Die Richtigstellung lautet: »Das Yang-Qi beginnt sich gänzlich aufzuzehren« meint die Spanne von dem Augenblick an, da das Yang-Qi vollkommen abgetragen ist, bis zu jener Stunde, da das Yang-Qi wiederkehrt: Dies umfasst im Ganzen sieben Tage.

Betrachtet man den Sinn des Kommentars von Wang Bi, so durchläuft das Yang-Qi von der völligen Abtragung bis zum Wiederkehren insgesamt sieben Tage; sein Kommentar ist hier ganz unmissverständlich.

Gelehrte wie Chu und Zhuang sagen übereinstimmend: »Im fünften Monat entsteht eine Yin-Linie, bis im elften Monat eine Yang-Linie entsteht – das sind im Ganzen sieben Monate.« Dass der Text dennoch »sieben Tage« und nicht »Monate« nennt, geschieht, weil man zeigen will, dass das Wachsen des Yang rasch erfolgen muss; darum wandelte man die Monate in Tage um.

Nun aber spricht Wang Bi (Fusi) von der Zeitspanne »vom gänzlichen Aufzehren« bis zur »Wiederkehr« – das bedeutet: Von der völligen Erschöpfung bis zum Wiedererstehen vergehen sieben Tage.

Rechnete man vom fünften Monat an, wie könnte man dann sagen, es »beginne sich aufzuzehren«?

Überdies spricht auch das Hexagramm Lin von einem Wachsen des Yang und nennt dabei acht Monate; wenn nun das Hexagramm Fu gleichermaßen ein Wachsen des Yang darstellt, warum sollte man hier eigens die Monate in sieben Tage verwandeln?

Blickt man auf den Sinn seines Kommentars, so verwarf Wang Bi jene Deutung gewiss und folgte der Lehre der Yiwei-Apokryphen von den »sechs Tagen und sieben Zehnteln«, ganz wie Zheng Xuan. Er kürzte seinen Wortlaut lediglich ab und führte es nicht nochmals weitschweifig aus.

Im Yiwei Jilantu heißt es: »Das Gua-Qi hebt an beim Hexagramm Die innere Wahrheit (Zhōng Fú).« Darum beherrschen Li, Kan, Zhen und Dui jeweils eine der vier Himmelsrichtungen.

Die übrigen sechzig Hexagramme besitzen je sechs Linien; jede Linie herrscht über einen Tag, was im Ganzen 360 Tage ergibt.

Die verbleibenden fünf Tage und ein Vierteltag werden aufgeteilt: Jeder Tag zerfällt in achtzig Zehntel; fünf Tage ergeben vierhundert Zehntel, und der Vierteltag zählt weitere zwanzig Zehntel, mithin zusammen 420 Zehntel.

Teilt man dies durch sechzig Hexagramme, so entfallen auf jedes Hexagramm sieben Zehntel; mithin erhält jedes Hexagramm sechs Tage und sieben Zehntel.

Das Aufzehren des Yang-Qi im Hexagramm Po vollendet sich am Ende des neunten Monats; im zehnten Monat waltet das reine Hexagramm Das Empfangende (Erde) (Kūn). Das Kūn-Gua währt sechs Tage und sieben Zehntel. Endet das Kūn-Gua, so bricht das Yang des Fu-Gua hervor.

So liegt zwischen dem gänzlichen Aufzehren und dem Wiedererstehen des Yang-Qi der Raum eines Kūn-Gua mit seinen sechs Tagen und sieben Zehnteln; rundet man diese Zahl auf ein Ganzes, so sprach Wang Bi von »insgesamt sieben Tagen«.

»Hin und her« meint das Aus- und Eingehen: Das Umwenden ist das Eingehen und Umkehren; das Wiederkehren meint, dass es nach der Umkehr erneut nach oben strebt. Die Richtigstellung lautet: »Hin und her geht sein Weg; am siebenten Tage kommt die Wiederkehr.

Das ist der Gang des Himmels«: Mit dem Gang des Himmels wird der Sinn jenes Satzes erhellt. Es besagt, dass Umkehr und Wiederkehr genau dem rechten Weg entsprechen. Erst am siebenten Tage kehrt es wieder, es darf nicht lange fernbleiben. Dies ist das Wirken des Himmels.

Ist das lichte Yang-Qi des Himmels erloschen, so ersteht es nach nicht mehr als sieben Tagen von neuem; dies ist die naturgegebene Ordnung des Himmels, darum heißt es: »Gang des Himmels«.

Die Richtigstellung lautet: Mit »durch das Wachsen des Starken« wird der Sinn von »fördernd ist es, wohin man geht« erklärt. »Erblickt man da nicht das Herz von Himmel und Erde?«

Die Richtigstellung lautet: Mit den Worten »Erblickt man bei der Wiederkehr nicht das Herz von Himmel und Erde?« wird der erhabene Sinn des Hexagramms Fu gepriesen und verdeutlicht.

Himmel und Erde ernähren die zehntausend Wesen, indem sie die Stille zu ihrem Herzen machen: Ohne eigenes Wirken wirken die Wesen von selbst, ohne eigenes Erzeugen wachsen die Wesen von selbst; unbewegt in lautloser Stille – dies ist das Herz von Himmel und Erde.

Das Bild dieses Fu-Gua zeigt, wie die Bewegung tief in der Erde ruht; der Donner weilt unter der Erde, er ruht und regt sich nicht; dieser Sinn stiller Abgeschiedenheit gleicht dem Herzen von Himmel und Erde.

Betrachtet man dieses Bild der Wiederkehr, so »erblickt man das Herz von Himmel und Erde«. Himmel und Erde besitzen keinen persönlichen Gebieter; wie sollten sie ein menschliches Herz haben?

Nur nach Maßgabe menschlicher Gemütsart leiht man Himmel und Erde diesen Begriff, um ein erhabenes Gesetz zu weisen.

Zum Kommentar »Wiederkehr bedeutet die Rückkehr zum Ursprung« bis »nicht allesamt nebeneinander bestehen«: Die Richtigstellung lautet: »Wiederkehr bedeutet die Rückkehr zum Ursprung«: Man hatte sich zuvor vom angestammten Ort entfernt und kehrt nun dorthin zurück; das meint die »Rückkehr zum Ursprung«.

»Himmel und Erde haben den Ursprung zu ihrem Herzen«: Der »Ursprung« meint die Stille. Dass Himmel und Erde lautlos und unbewegt verharren, heißt, dass sie »den Ursprung zum Herzen haben«.

Jede Bewegung, die sich legt, mündet in Stille; die Stille steht der Bewegung nicht bloß als Gegenüber da. In den Bewegungen von Himmel und Erde ist die Stille der Stamm und die Bewegung der Zweig; das will sagen: Die Zeiten der Stille sind lang, die Zeiten der Bewegung kurz.

Regt sich etwas für eine Weile und legt sich dann nieder, so kehrt es zur Stille zurück; darum steht die Stille nicht bloß als bloßer Gegensatz zur Bewegung.

Die Stille ist der wesenseigene Grund und besteht von Natur aus, sie entsteht nicht erst durch den Gegensatz zur Bewegung; daher heißt es: »Die Stille steht der Bewegung nicht bloß gegenüber.« »Verstummt die Rede, so herrscht Schweigen; das Schweigen steht der Rede nicht bloß gegenüber«: Das Sprechen ist die Bewegung der Stimme, das Schweigen ist die Stille des Mundes; zur Zeit, da man nicht spricht, herrscht immerwährendes Schweigen.

Es ist nicht so, dass das Schweigen erst als Gegenpol zum Reden da wäre; weil Bewegung und Stille, Reden und Schweigen wesensverschieden sind, heißt es: »Sie stehen sich nicht bloß gegenüber.« Bei den Worten »Wie groß Himmel und Erde auch sein mögen, wie reich an den zehntausend Dingen, wie der Donner sich regt und der Wind weht und Myriaden Wandlungen wirken« handelt es sich um die Bewegung von Himmel und Erde.

Wenn es heißt: »Das lautlose, äußerste Nichtsein ist ihr Ursprung«, so birgt dies zweierlei Sinn: Erstens bewegen sich die zehntausend Dinge zwar nach außen hin, doch im Inneren verharren Himmel und Erde in stillstem Nichtsein.

Das Äußere ist das Beiwerk, das Innere der Ursprung; dies besagt, dass Himmel und Erde absichtslos sind.

Zweitens: Mag der Donner toben und der Wind brausen in tausend Wandlungen und Myriaden Weisen – sobald Donner und Wind verweht sind und der Wandel innehält, kehrt alles in die lautlose Stille des Nichtseins zurück.

»Wollten sie das Seiende zu ihrem Herzen machen, so vermöchten die verschiedenen Arten der Wesen nicht allesamt nebeneinander zu bestehen«: Macht man das Nichtsein zum Herzen, so werden Selbst und Ding eins, Nah und Fern gleich geachtet; man verletzt die fremden Arten nicht, und Diesseits wie Jenseits finden Frieden.

Wollte man aber das Seiende zum Herzen machen, so bliebe das eigene Ich im Selbst befangen und vermöchte die Dinge nicht allumfassend zu erreichen; und die Dinge blieben bei sich selbst und könnten sich nicht allumfassend auf mich stützen.

Dann nähmen die Dinge Schaden; darum heißt es: »Sie vermöchten nicht allesamt nebeneinander zu bestehen.«

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Vom »Großen Bild (Xiang Yue)« bis zu »der Herrscher bereiste die Provinzen nicht«.

Die Richtigstellung lautet: »Donner in der Erde: das Bild der Wiederkehr«: Der Donner ist ein bewegtes Ding; das Hexagramm Fu aber setzt das Ruhen der Bewegung an die erste Stelle, darum heißt es: »Donner in der Erde«.

»Die früheren Könige schlossen am Tag der Sonnenwende die Pässe«: Die früheren Könige nahmen sich dieses Fu-Gua zum Vorbild; an den Tagen der beiden Sonnenwenden schlossen sie die Grenzschranken, sodass Kaufleute und Reisende die Straßen nicht betraten.

»Der Herrscher bereiste die Richtungen nicht«: Richtung (Fang) bedeutet Angelegenheit oder Dienstgeschäft. Der Herrscher besichtigte die Geschäfte seiner Regionen nicht. Da die Erde den Donner umschließt und verbirgt, schließt man die Tore und lässt Wanderer ruhen.

Herrscher und Fürsten hielten inne mit ihren Geschäften; all dies schöpft aus dem Sinn des »Ruhens der Bewegung«.

Zum Kommentar »Fang meint Geschäfte« bis »kehren die Geschäfte zurück, so werden sie zur Geschäftslosigkeit«: Die Richtigstellung lautet: Dass »Fang« als »Geschäft« ausgelegt wird, rührt von der Befürchtung her, man könne »Fang« bloß für die vier Himmelsgegenden halten; darum fasst man es als Angelegenheit.

Es besagt, dass man am Tag der Sonnenwende nicht nur nicht reisen, sondern auch keine Amtsgeschäfte besichtigen soll.

»Zur Wintersonnenwende kehrt das Yin zurück, zur Sommersonnenwende kehrt das Yang zurück«: Wiederkehr meint das Zurückgehen zum Ursprung; die Stille ist der Grund der Bewegung.

Zur Wintersonnenwende entsteht ein einzelnes Yang: Das bedeutet, dass das Yang in Wirksamkeit tritt, während das Yin zur Stille zurückkehrt. Zur Sommersonnenwende entsteht ein einzelnes Yin: Das bedeutet, dass das Yin in Wirksamkeit tritt, während das Yang zur Stille zurückkehrt.

»Kehrt die Bewegung zurück, so wird sie zur Stille; kehrt das Wandeln zurück, so wird es zum Stillstand; kehren die Geschäfte zurück, so werden sie zur Geschäftslosigkeit«: Regt man sich und kehrt um, so mündet man in Stille; schreitet man aus und kehrt um, so gelangt man zum Halt; betreibt man Geschäfte und kehrt um, so kehrt man heim in die Geschäftslosigkeit.

Quellen