Die fünfte Stelle ist für gewöhnlich der Platz des Herrschers. Doch die Wandlungen des Buches der Wandlungen folgen frei der jeweiligen Zeit.
Die Sechs oben steht an der Spitze von Kun und bildet das Äußerste der Verdunkelung des Lichts: der finstere Tyrann, der das Licht am tiefsten verwundet. Die fünfte Stelle grenzt unmittelbar an sie.
Der Heilige wählte die Fünf als Sinnbild für jenen, der der tiefsten Finsternis am nächsten steht, um zu zeigen, wie man sich dort bewähren muss; darum wird sie hier nicht schlechthin als Herrscherplatz gedeutet.
Weil die Sechs oben die Finsternis auf die Spitze treibt, gilt sie als die eigentliche Gebieterin der Verdunkelung. Die Fünf steht diesem lichtzerstörenden Herrscher ganz nah; wollte sie ihre Klarheit offen zeigen, würde sie unausweichlich zermalmt werden.
Darum muss man sich wie Prinz Ji im Verborgenen halten, um der Vernichtung zu entgehen. Prinz Ji war ein alter Würdenträger der Shang und stammte aus demselben Herrschergeschlecht; er stand Zhou wahrhaft überaus nah.
Hätte er sein Licht nicht verhüllt, wäre sein Untergang gewiss gewesen. Darum stellte er sich wahnsinnig und ließ sich zum Sklaven machen, um dem Verderben zu entrinnen.
Obgleich er sein Licht verbarg, wahrte er im Innern seine Reinheit; das ist es, was man nennt: „In innerer Bedrängnis vermag er seinen Willen recht zu halten.“ Darum preist man seine Menschlichkeit und Helle. Gestalten wie Prinz Ji dürfen wahrhaft beharrlich genannt werden.
Weil die Fünf von weicher Yin-Natur ist, mahnt der Text: „Förderlich ist Beharrlichkeit“ – man soll standhaft ausharren wie Prinz Ji.
Fasst man es als Weg des Fürsten auf, bleibt der Sinn derselbe: Wenn die Stunde es fordert, muss auch ein Herrscher sein Licht nach außen verhüllen und im Innern seinen Willen lauter bewahren.