Die Zwei weilt als Yang in der Mitte des unteren Trigramms, die Fünf als Yang in der Mitte des oberen Trigramms; beide halten als feste Yang-Kräfte die Mitte, werden jedoch vom Yin gehemmt und wollen beide nach oben zurückkehren.
Obwohl die Fünf über der Vier steht, wird sie von dieser gezähmt; somit teilen sie dieselbe Not und dieselbe Gesinnung. Wer dasselbe Leid teilt, sorgt füreinander: Da Zwei und Fünf gleichen Sinnes sind, halten sie einander an der Hand und kehren gemeinsam zurück.
Wenn zwei Yang-Kräfte vereint voranschreiten, vermag das Yin sie nicht zu überwältigen, und ihre Rückkehr gelingt; darum bringt es Heil. Heißt dies nun, dass sie die Zähmung bereits abgestreift haben?
Darauf ist zu erwidern: Die Sprüche der Linien besagen stets: Wenn man so handelt, vermag man dies zu erreichen. Wäre es bereits vollbracht, hätte sich die Zeit schon gewandelt – wozu bedürfte es dann noch der Lehre und Mahnung?
Wenn aber die Fünf zum Trigramm Xùn gehört und Xùn das Trigramm Qián zähmt, warum zieht die Fünf dann die Zwei heran?
Antwort: Betrachtet man die beiden Trigramme einzeln, so zähmt Xùn das Qián; betrachtet man das Hexagramm als Ganzes, so zähmt ein einziges Yin die fünf Yang-Linien. Im Buch der Wandlungen richtet sich der Sinn stets nach dem jeweiligen Blickwinkel der Zeit.