Die Zwei steht in fester Mitte in der Zeit, da Härte gemindert werden soll. Sie nimmt einen weichen Platz ein, gehört zum Trigramm der Heiterkeit und entspricht oben dem weichen Yin-Herrscher der Sechs an fünfter Stelle.
Begegnete sie dem Oberen mit weicher Gefälligkeit, so verlöre sie ihre Tugend harter Mitte; darum lautet die Mahnung, dass ihr Heil in wahrer Beständigkeit liegt. „Aufbruch“ meint Voranschreiten: Weicht sie von der Mitte ab, verliert sie ihre Rechtschaffenheit, und Unheil folgt.
Ihre Mitte zu wahren, das ist Beständigkeit. „Nicht mindern, sondern mehren“: Wenn sie ihre feste Geradheit nicht mindert, vermag sie ihrem Oberen wahrhaft zu nützen – eben dies ist die Vermehrung.
Gäbe sie ihre feste Lauterkeit auf und bediente sich gefälliger Schmeichelei, trüge sie nur zu dessen Schaden bei; das wäre kein Mindern des Eigenen zum Wohle des Oberen.
Unter den Toren dieser Welt gibt es jene, die zwar frei von böser Absicht sind, aber blindlings meinen, rückhaltlose Unterwerfung unter den Herrscher sei schon Treue; sie verstehen nicht den Sinn von „nicht mindern, sondern mehren“.