Zu ‚Sechs an vierter Stelle: Warten im Blute, Hervortreten aus der Höhle‘: Die gerechte Auslegung besagt: ‚Warten im Blute‘ meint, dass Yin und Yang einander verletzen, weshalb Blut fließt.
Das Yang von Neun an dritter Stelle will emporsteigen, doch das Yin von Sechs an vierter Stelle versperrt den Pfad; beide hemmen einander, daher spricht man von ‚Blut‘. Das Warten im Blute gleicht dem Harren mitten im feindlichen Getümmel.
‚Hervortreten aus der Höhle‘ besagt: Die Höhle ist der Pfad des Yin; da sie am Anfang von Kan verweilt, haust sie in der Höhle.
Wenn die Drei heranrückt und sie bedrängt, vermag die Vierte nicht standzuhalten; so verlässt sie ihre Höhle, um auszuweichen, und gehorcht fügsam der Lage, wodurch sie dem Tadel entgeht.
Daher sagt das Kleine Bild: ‚Warten im Blute: gehorsam lauscht man dem Gebot.‘
Zu Wang Bis Anmerkung ‚Wann immer vom Blut die Rede ist‘ bis ‚Hervortreten aus der Höhle‘: Die gerechte Auslegung besagt: Vom Blut spricht man bei gegenseitiger Verletzung von Yin und Yang, wie es bei Sechs auf oberstem Platz im Hexagramm Kun heißt: ‚Ihr Blut ist dunkel und gelb‘.
‚Die Höhle ist der Pfad des Yin‘ besagt, dass Erdhöhlen und verborgene Klüfte finster und tief sind, darum ‚Pfad des Yin‘.
‚Am Beginn von Kan verweilen, in der Höhle hausen‘: Kan bedeutet Gefahr und Kluft; stünde man über Kan, wäre man bereits aus der Höhle heraus; am Beginn von Kan verweilen heißt, noch in der Höhle zu hausen.
Das Buch der Wandlungen birgt jedoch unzählige Bilder in sich: Betrachtet man diese Sechs an vierter Stelle im Bilde des Kampfes, so bedeutet das Hervortreten Verwundung und Blut; betrachtet man sie im Bilde der Behausung, so ist ihr Ort eine Höhle.
Höhle und Blut deuten jeweils auf einen eigenen Aspekt des Geschehens.