Die Zweite besitzt die Tugend lichter Klarheit, der Mitte und des Rechten; sie entspricht nach oben der Neun an fünfter Stelle (jiu-wu), dem festen, lichten und rechten Fürsten – eigentlich sollte sie ihren Sinn frei entfalten können.
Da der Fünfte jedoch bereits den Herrscherthron innehat und das Werk der Zeit schon vollendet ist, strebt er nach keinem weiteren Tun mehr; wie sollte er da noch daran denken, die tüchtigen Weisen im niederen Stande herbeizurufen und einzusetzen?
So vermag die Zweite ihren Weg nicht zu vollenden. Seit alters her gab es nur wenige, die nach vollendetem Werk noch fähig waren, Männer von Talent zu gebrauchen.
Selbst ein Herrscher wie Tang Taizong erlahmte am Ende in der Bereitschaft, weise Räte zu hören – wie viel mehr erst jene, die ihm nicht das Wasser reichen konnten! Zu solcher Stunde wandelt sich feste Mitte in sattes Genügen; Kan und Li geraten in Widerstreit zueinander.
Wer die Zeichen der Zeit erkennt und den Wandel begreift, der erst vermag über das Buch der Wandlungen zu sprechen. Da die Zweite von Yin-Natur ist, spricht man von der Frau.
Der Schleier dient der Frau dazu, sich beim Verlassen des Hauses zu verhüllen; verliert sie den Schleier, so darf sie nicht ausfahren. Wenn die Zweite vom Fünften nicht gerufen und gebraucht wird, vermag sie nicht zu wirken – gleichwie eine Frau, die ihren Wagenschleier einbüßt.
Doch wie ließe sich der Weg der rechten Mitte je für immer verwerfen? Ist die verkehrte Zeit verstrichen, so bricht er sich wieder Bahn. ‚Nachjagen‘ heißt den äußeren Dingen hinterhereilen; läuft man den Dingen nach, verliert man die eigene angestammte Haltung.
Darum mahnt der Spruch, nicht nachzujagen: Bewahrt man sich selbst in Treue, so wird man es nach sieben Tagen gewiss wiedererlangen. Ein Gua zählt sechs Linienstufen; mit der siebten vollzieht sich der Wandel. ‚Am siebten Tage erlangen‘ meint eben diesen Umschwung der Zeit.
Wenn man auch heute von den Oberen verkannt wird, so kann der Weg von Mitte und Rechtsein niemals dauerhaft vergehen: Kann er sich in der Gegenwart nicht entfalten, so wird er gewiss zu anderer Stunde triumphieren. Tief und weise sind Zuspruch und Mahnung des Heiligen!