Von „Neun auf viertem Platz: Manch einer schnellt empor über dem Abgrund. Kein Makel“.
Der rechte Sinn besagt: „Manch einer“ meint Zweifel und Erwägung. „Emporschnellen“ meint den Sprung.
Das Yang-Qi der Neun auf viertem Platz dringt allmählich vor; gleich dem Drachen, der fliegen möchte, aber noch zaudert, schnellt er über dem Abgrunde empor, ohne sogleich aufzusteigen. Dies ist das Bild der Natur.
Es gleicht dem Heiligen, dessen Würde allmählich zunimmt und der zum Herrscherthron strebt, doch voll Vorsicht an seiner bisherigen Stätte verweilt und nicht übereilt voranstürmt.
Dass es heißt „ohne Makel“, rührt daher, dass er sorgsam abwägt und nicht blindlings nach der Krone greift.
Strebte er habgierig voran, ehe die Zeit reif ist, versagte ihm die Welt ihre Gunst, und Unheil wäre die Folge – so wie König Wen als Graf des Westens im Herzen die Gesinnung eines Königs trug, nach außen hin jedoch die Fürsten anführte, um dem Tyrannen Zhou zu dienen.
Zum Kommentar „Er verlässt das Äußerste des unteren Körpers... bis: ohne Makel“.
Der rechte Sinn besagt: „Er verlässt das Äußerste des unteren Körpers“: Er tritt aus dem unteren in den oberen Körper ein, darum heißt es so. Bei Neun auf drittem Platz hieß es „er weilt am äußersten Punkt des unteren Körpers“, da er noch ganz dem unteren Trigramm angehörte.
„Dies ist die Zeit, da der Weg des Schöpferischen sich erneuert“: Erneuern (Ge) bedeutet wandeln.
„Oben weilt er nicht am Himmel, unten weilt er nicht auf dem Felde, in der Mitte steht er nicht unter den Menschen“: Drei und Vier bilden den Weg des Menschen; der Mensch neigt sich dem Unten zu, nicht dem Oben, darum weilt die Vier nicht mitten unter den Menschen.
„Er besitzt noch keinen festen Ort“: Die Neun weilt als Yang auf einem Yin-Platze; weder gehört sie ganz dem Himmel noch der Erde noch den Menschen an.
„Bedrängt vom niederen Volk vermag ein einzelner Sprung ihn nicht hinaufzutragen“: Möchte er seinen heiligen Weg voranbringen, um den Thron einzunehmen, zögern die Scharen unten noch, und seine eigene Kraft allein vermag den Sprung nicht zu vollenden.
„Sein Herz strebt nach dem Gemeinwohl, sein Voranschreiten dient nicht dem Eigennutz“: Er trachtet danach, Not und Elend abzuwenden, nicht nach eigenem Vorteil.
„Indem er Zweifel hegt und sorgsam sinnt, unterläuft ihm bei kühner Tat kein Fehltritt“: Wer unbedacht voranstürmt, scheitert an kühnem Beginn – wie Herzog Xiang von Song, der gegen Chu zu Felde zog und Verderben fand.