Neun an zweiter Stelle steht in der Zeit des Sanften; sie steht mit lichter Kraft auf schattigem Platz im unteren Bereich und ist übermäßig sanft.
Das Bett ist der Ort, an dem der Mensch Ruhe findet; sich unter das Bett zu beugen, bedeutet, über das rechte Maß der Sanftmut hinauszugehen und die gewohnte Ruhestatt zu verlassen.
Wenn ein Mensch sich allzu sehr demütigt, so entspringt dies meist Furcht oder Schmeichelei, was beides nicht recht ist.
Doch die Zweite ist in Wahrheit fest und hält die Mitte; obgleich sie im Sanften verweilt und auf weichem Platz steht, entspringt ihr übermäßiges Sich-Beugen keinem bösen Herzen.
Ein Übermaß an Ehrerbietung und Demut entspricht zwar nicht den strengen Riten, vermag jedoch Schande fernzuhalten und Groll und Makel abzuwenden – auch dies ist ein Weg des Heils.
Priester und Magier sind jene, welche die aufrichtige Gesinnung den lichten Geistern übermitteln; „in großer Zahl“ meint ihre Fülle.
Wenn man mit äußerster Aufrichtigkeit in bescheidener Sanftmut ruht und viele Boten findet, die diese Aufrichtigkeit kundtun, so bringt dies Heil und bleibt ohne Makel; denn solche Lauterkeit vermag die Menschen zu rühren.
Vermag man diese Lauterkeit jedoch nicht zu erkennen, so hält man übermäßige Demut leicht für Schmeichelei.