Das Abschneiden der Nase heißt Yi (劓) – das ist eine Verwundung oben; das Abhacken der Füße heißt Yue (刖) – das ist eine Verwundung unten. Oben wie unten wird man vom Yin verdeckt und verletzt: Dies ist das Bild von Yi und Yue.
Die Fünf ist der Herrscherplatz; die Bedrückung des Herrschers rührt daher, dass ihm oben und unten der Beistand fehlt.
Die roten Kniebänder sind das Gewand der Würdenträger und stehen für das Kommen und Gehen; darum wird von den Kniebändern gesprochen: Die Bedrückung des Herrschers rührt daher, dass die Welt sich ihm nicht zuwendet. Kämen alle unter dem Himmel, so gäbe es keine Bedrückung.
Obgleich die Fünf in Bedrückung weilt, besitzt sie die Tugend fester Mitte; unten weilt die Neun an zweiter Stelle als Weiser von fester Mitte: Da ihr Weg derselbe ist und ihre Tugend übereinstimmt, wird jener allmählich und gewiss in Entsprechung herbeikommen, um vereint die Not der Welt zu wenden.
So herrscht anfangs Bedrückung, doch allmählich stellt sich Freude und Heiterkeit ein. „Fördernd ist es, Opfer darzubringen“: Bei Opfern muss man höchste Aufrichtigkeit und Ehrfurcht entfalten, ehe man Segen empfängt.
Wenn der Herrscher in Bedrückung weilt, geziemt es ihm, der Not der Welt zu gedenken und die Weisen der Welt zu suchen; wie beim Opfern seine Ehrfurcht zu vollenden, vermag die Würdigen herbeizurufen und die Erschöpfung der Welt zu heilen.
Da die Fünf und die Zwei von gleicher Tugend sind, warum heißt es dann: „Oben und unten fehlt der Beistand“? Es heißt: Die Entsprechung von Yin und Yang vollzieht sich von selbst, wie das Schicksal von Gatten und Blutsverwandten feststeht.
Doch Fünf und Zwei sind beide Yang-Linien; sie entsprechen und suchen einander kraft derselben Tugend der Härte und Mitte und finden erst danach zusammen, wie Herrscher und Minister oder Freunde durch die Pflicht des rechten Sinnes vereint werden.
Zu Beginn der Bedrückung: Woher sollte da Beistand oben und unten sein? Gäbe es Beistand, bestünde keine Bedrückung; darum finden sie erst allmählich zusammen, und erst danach kehrt Freude ein.
Bei der Zwei heißt es „Opfer darbringen“ (享祀), bei der Fünf „Opfer feiern“ (祭祀): Der Grundgedanke verlangt äußerste Aufrichtigkeit, um Segen zu erlangen.
Im weiteren Sinne bedeuten diese Worte dasselbe; unterscheidet man sie genau, so gilt Ji (祭) den Himmelsgeistern, Si (祀) den Erdgeistern und Xiang (享) den Ahnenseelen.
Da die Fünf auf dem Herrscherplatz steht, spricht man von Ji; da die Zwei unten steht, von Xiang: Jede gebraucht den Begriff, der ihrem Stand gebührt.